Lars Simon: Kaimankacke
Written by Martina Ernst |
 
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Nach „Elchscheiße“ ist „Kaimankacke“ Band 2 der Torsten, Rainer & Co-Reihe. Wieder geht es für den vom Pech verfolgten Schriftsteller auf Reisen, aber dieses Mal nicht nach Schweden, sondern nach Costa Rica. Klar, dass schon bei der Buchung nicht alles glatt geht.

Torstens Agentin macht Druck. Die ersten 150 Seiten Manuskript sind beim Verlag durchgefallen. Ein neues Konzept und eine neue Geschichte müssen her. Dumm, dass Torsten gerade jetzt unter einer Schreibblockade leidet. Dann entscheidet sich auch noch Linda für einen Neuanfang mit ihrem Ex. Torsten geht auf den Vorschlag von seinem Vater ein. Der Tapetenwechsel führt ihn nach Costa Rica. Der Club „Mucho Gusto“, seine Freunde und sein Vater und dessen esoterische Lebensgefährtin Renate haben einige unliebsame Überraschungen für ihn parat.

 

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„Kaimankacke“ setzt auf die gleiche Masche wie „Elchscheiße“. Ein Reiseziel mit vielfältigen Möglichkeiten, unglückliche Umstände und durchgeknallte Typen. Der Titel provoziert und spielt gekonnt auf den Inhalt an. In „Kaimankacke“ geht es abgedrehter als erwartet zu. „Die Götter müssen verrückt sein“ könnte als vergilbte Vorlage gedient haben. Torstens Bedürfnisse nach Ruhe und Erholung werden jedenfalls nicht erfüllt. Erste Hinweise ließen schon erahnen, dass seine Club-Unterkunft nicht mal dem Mindeststandard entspricht. Der extreme Selbsterfahrungstrip hat erst begonnen. Die direkte, flapsige Sprache ermöglicht einen tiefen Einblick in Torstens Gemütsleben. Er wird mit allerlei Widrigkeiten konfrontiert. Kann Rainer noch durchgeknallter sein als sowieso schon? Wie hält Rainers Vater das esoterische Gequatsche von Renate aus? Wie lassen sich aufdringliche Zwillinge auf Abstand halten? Der kulinarisch touristische Hinterhalt Club „Mucho Gusto“ hat Einiges zu bieten. Schauspieler Holger Dexne lässt die kleinen Katastrophen mit viel Elan auf die Protagonisten und Zuhörer zu schwappen. Ausweichen unmöglich. Ein Schriftsteller mit Schreibblockade, ein Club mit einem geschäftstüchtigen Chef und einem Haufen seltsamer Gäste, im Großen und Ganzen nichts Neues, wären da nicht die verrückten Feinheiten. Lars Simons Stil ist nicht jedermanns Sache. Ganz natürliche Ausscheidungen spielen gleich mehrmals eine Rolle. Ein Ausflug wird zum Debakel. Die Revolution lässt auf sich warten. Clubmaskottchen Brülli steht wie viele andere kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Am Ende gibt es eine Überraschung. Wie viel Realität steckt in dieser Geschichte? Hoffentlich ganz wenig. Witzig sind die angedeuteten Parallelen zwischen Hauptfigur Torsten und Autor Lars Simon. Bestimmt war es nicht einfach, nach „Elchscheiße“ eine ebenso schräge Idee für das zweite Buch zu entwickeln.  

Der Titel in Tropischgelb steht im Vordergrund und das ist gut so. Der grüne Holzlattenhintergund lässt ihn hervorragend hervortreten. Der Schachzug mit dem imaginären Zaunpfahl funktioniert. Wem „Elchscheiße“ gefallen hat, der greift auch bei „Kaimankacke“ zu. Spannung und echte Lachmomente hat die Geschichte nicht zu bieten. Im Vergleich zu anderen Hörbüchern gleichen Genres ist der Unterhaltungswert niedrig. „Kaimankacke“ ist Geschmackssache. Die einen werden es lieben, die anderen werden es schnellstmöglich weiter verschenken.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:  (4,5)
Handlung: (2,5)
Charaktere:
tech. Umsetzung:
Cover:
Emotion: (2,5)
 
20,5 Punkte = Rohdiamant

Cover: © Jumbo

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