Flake: Der Tastenficker
Written by Martina Ernst |
 
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„Der Tastenficker: An was ich mich so erinnern kann“ ist die Künstlerbiografie von Flake alias Christian Lorenz. Flake spielte in verschiedenen Rhythm-and-Blues-Bands und bei der DDR-Punk-Band Feeling B. bis er 1994 Mitglied der Band Rammstein wurde.

Christian Lorenz wuchs im Stadtbezirk Prenzlauer Berg, dem heutigen Pankow auf. Sein Spitzname Flake stammt aus der Trickfilmserie „Wickie und die starken Männer“. In „Der Tastenficker“ erzählt er unter anderem von seiner Kindheit in der DDR und Musiker-Laufbahn. Tastenficker ist der Spitzname für Keyboarder.

 

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Flake erzählt aus seinem Leben wie ihm der Schnabel gewachsen ist und die Erinnerungen ihm entgegen strömen. Es geht in der Zeit vor und zurück und der Musiker kommt oft vom Hundertsten ins Tausendste. Lieblingsmonat, Lieblingsblumen, Lieblingsauto, wer den Menschen Flake kennenlernen will, kommt ihm in seiner Künstlerbiografie ein ganzes Stückchen näher. Christian Lorenz gibt zu, hypochondrisch veranlagt zu sein und sich vor heimlich in ihm schlummernden Krankheiten zu fürchten. Seine Angst, mit dem Flugzeug abzustürzen, hat er inzwischen überwunden. „Bedenke, dass du lebst“, diesen Ratschlag möchte er sich eigentlich mehr zu Herzen nehmen. Er beschäftigt sich mit der Frage „Was mache ich eigentlich die ganze Zeit, wenn ich tot bin?“ und mit dem Thema Wiedergeburt. Aus seinen Berufswünschen Chirurg, Feuerwehrmann und Pilot ist Gott sei Dank nichts geworden. In seinem gelernten Beruf Werkzeugmacher hat er nie gearbeitet. Interessant ist seiner Musiker-Laufbahn, die doch etwas holprig begonnen hat. Das erste Musikinstrument für die Bühne war eine schwere Weltmeister-Orgel. Das Klavier wäre noch unhandlicher gewesen. Einige Anekdoten pflastern Flakes Weg zum Staatlich anerkannten Amateurmusiker. Nach dem Motto „Wer übt, kann nichts“ war das Leben eine einzige Dauerparty. Glücklicherweise hatte es Flake durch Hinhaltetaktik und eine Ausbildung geschafft, dem Wehrdienst zu entkommen. Weder Urlaub, noch Tournee, dieses Mittelding dazwischen war bald die perfekte Lebensart. Flake spricht das Hörbuch selbst und gibt einen besonderen Einblick in das Leben in der DDR und seine abwechslungsreiche Musikerzeit. Auf musikalische Einleitung wurde verzichtet. Flake pur, darauf setzen Buch und Hörbuch.

Das Cover zeigt das unbändige Freiheitsgefühl im Cabrio am Meer. Flake führt von Anfang an ein ungewöhnliches Leben. Er schafft sich seinen Raum und geht seiner Leidenschaft der Musik nach. Liebenswert machen ihn seine Ehrlichkeit und die ein oder andere Panne. Weder als Musiker noch als Maler fühlt er sich sonderlich begabt. Umso interessanter wie er es in die erfolgreiche Rock-Band Rammstein geschafft hat und als Doktor Lorenz Bekanntheitsgrad erlangte. Für Fans ist „Tastenficker“ ein interessantes Hörbuch und liefert sicherlich ein paar neue Infos zu diesem eigenwilligen und komischerweise in der Erzählung etwas schüchtern wirkenden Musiker.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (3,5)
Handlung:
Charaktere:
tech. Umsetzung:  (3,5)
Cover: 
Emotion:
 
20 Punkte = Rohdiamant

Cover: © tacheles

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