Gerd Henrich: Das Gift der Republik
Written by Daniel Fröhlich |
 
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Nach langer Zeit bekomme ich eingefleischter Hörspielhörer nun mal wieder ein Hörbuch zur Rezension auf den Tisch. Gift der Republik ist auf dem mich wenig ansprechenden Cover des Hörbuches zu lesen. Ein Blick in den Klappentext und auf die Internetseite des entsprechenden Buches verrät uns sogleich, dass die DDR und das Berliner Schloss eine entscheidende Rolle in dieser Geschichte spielen. Ich hoffe auf eine spannende Story mit ostalgischem Flair, hören wir nun einmal, ob sich mein Wunsch erfüllt.

Das Hörspiel startet in der DDR der Achziger Jahre, der hochrangige Wissenschaftler Granow wird mit einer delikaten Aufgabe betraut, die er schließlich auch erfolgreich abschließt. Er entwickelt ein Gift, geradezu eine Wunderwaffe, das nicht nachzuweisen ist und dessen einsetzende Wirkung zeitlich nahezu beliebig eingestellt werden kann. Ein großer Schritt für die DDR, käme da nicht die Wiedervereinigung dazwischen. Außerdem sitzt Granow bald der, ebenfalls aufmerksam gewordene, KGB im Nacken. Nach dem Tod des Wissenschaftlers fällt das Erbe, bestehend aus einem geheimen Vorrat des Giftes, der Formel und einer gewaltigen Menge abgezweigten Schwarzgeldes, an seine Tochter Katja. Diese behält das Geheimnis erst einmal für sich und führt auf Grund des Geldsegens ein unbeschwertes Leben. Zumindest so lange, bis ein ehemaliger KGB Mitarbeiter wieder auf die Akte Granow stößt und beschließt der Sache nochmals nachzugehen. Bald findet sich Katja im Fadenkreuz des Russen wieder. Und er soll nicht der einzige sein, der nach der Wunderwaffe und der damit verbundenen Macht greift.

 

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Zum Start konnte das Hörbuch wirklich mein Interesse wecken und mich in seinen Bann ziehen. Als Katja Granow in den Fokus der Geschichte rückt, ließ meine Begeisterung sichtlich nach. Die Naivität, die sie an den Tag legt, ließ mich stellenweise nur den Kopf schütteln und ihr Handeln war mir teilweise weder glaubwürdig noch nachvollziehbar. Zum Ende hin nimmt die Spannung dann wieder merklich zu und die Geschichte endet mit einem recht düsteren offenen Ende. Das Ende kam für mich so abrupt, dass ich mir die Frage stelle, ob ich mir wirklich das gesamte Hörbuch heruntergeladen habe.

Uve Teschner macht in dieser Produktion keinen schlechten Job, ich finde aber nicht, dass er ein Sprecher ist, der wirklich mitzureißen vermag. Das klingt jetzt vielleicht negativer als es gemeint ist. Er gefällt mir in etwas gesetzten ruhigen Hörspielrollen sehr gut, hier empfand ich ihn nicht als die gelungenste Besetzung. Auch empfand ich die Akzente, die den russischen Charakteren hier in den Mund gelegt werden, als sehr gekünstelt. Meiner Meinung nach kann man auf solche Stilelemente getrost verzichten.

Insgesamt konnte das Hörbuch meinen Geschmack nicht ganz treffen. Ich habe allerdings schon wesentlich uninteressantere und schlechtere Hörbücher gehört. Wer einen Thriller rund um Berlin, die DDR und das Berliner Schloss sucht, der zudem mit Spionageelementen und politischen Verwicklungen aufwartet, der kann hier sicher mal ein Ohr riskieren. Für mich persönlich war es aus oben genannten Gründen allerdings ein eher durchschnittliches Hörvergnügen.

 

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (3,5)
Handlung: 
Charaktere:
tech. Umsetzung:
Cover:
Emotion: 

19,5 Punkte = Rohdiamant

Cover: © audible

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