Mark Twain: Ist Shakespeare tot?
Written by Ulrike Stiefelhagen |
 
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Groß ...möchte die Autorin dieser Zeilen rufen, nachdem sie die erste Reaktion auf Haußmann’s Präsentation von Mark Twains Shakespeare-Polemik, nämlich: das ist unhörbar!, überwunden hat. Trotz Haußmanns Beteuerung im Booklet, Twain begänne diesen mit  „aus meiner Biografie“ betitelten Text mit dem tosenden Disput von Lotse und Oberlotse auf einem Mississippi-Dampfer, beginnt das Hörbuch nämlich auch lärmend, aber eher trocken.

Woher soll ich das alles wissen, muss ich das überhaupt wissen, über Shakespeare? Doch dann legt Twain/Haußmann los und die Diskussionsfreude, und Streitbarkeit, Wut, und nicht zuletzt der Humor Mark Twains gewinnt die Überhand, schwappt aus den Lautsprechern und reißt mit. Dies ist also doch nicht ein Hörbuch nur für Leander Haußmann-Fans, der Regisseur und Schauspieler liest hinreissend und mitreissend, nicht geschliffen. Wer war denn nun der geniale Stückeschreiber „Shakespeare“: der junge Mann aus Stratford-upon-Avon, der überaus gebildete und erfahrene Francis Bacon – oder gar etwas Drittes, ein Gipsmörtelbrontosaurier, der nur drei oder vier echte Knochen enthält?

 

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Mit beinahe forensischer Genauigkeit hinterfragt Twain die Wahrscheinlichkeiten der Zuschreibungen, sammelt sie, treibt sie auf die Spitze und dreht sie in ihr Gegenteil. Und da es sich um Twains Text handelt, überzeugt (verführt) er mit Humor – und zerlegt so seinen eigentlichen Feind, die ideologische Verblendung. Und damit schließt das Hörbuch. Es bleibt nur eine Lösung, wer Shakespeare wirklich ist... und ich mag ja Angeber. Unbedingt Anhören!

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung: 
Charaktere:
tech. Umsetzung: 
Cover: 
Emotion:

24 Punkte = Hörspaß

Cover: © tacheles

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