Adele Parks: Bis du alles verlierst
Written by Martina Ernst |
 
Font size decrease font size increase font size
Rate this item
(0 votes)

In „Bis du alles verlierst“ von Autorin Adele Parks zerplatzt eine Familienidylle. Was, wenn nichts so ist, wie es erscheint?

Der Besuch eines Fremden bringt die Wahrheit ans Licht. Katherine ist nicht Alisons und Jeffs Tochter. Vor 15 Jahren wurden im Krankenhaus zwei Babys vertauscht. Alison will Katherine nicht verlieren und kämpft um sie.

 

Science fiction 6

Sehr gelungen ist der stimmungsvolle musikalische Einstieg, der im Prolog ausklingt. Alisons Gefühl trügt sie nicht. Der Fremde vor ihrer Tür bedeutet nichts Gutes. Handlungswechsel, mit Katherines Geburt ist das Glück von Alison und Jeff perfekt. 15 Jahre später, die Familienidylle und innige Mutter-Tochter-Beziehung wird glaubhaft in Szene gesetzt. In Rückblicken erfährt der Zuhörer mehr über Alisons unglückliche Kindheit und ein schicksalhaftes Ereignis. Alison hat hart für ihr Glück gekämpft, umso schrecklicher, dass sie plötzlich vor einem Scherbenhaufen steht. „Unsere Welt ist zusammengebrochen.“

Die Stimme von Sprecherin Nicole Engeln passt gut zu Alison. Sie wirkt sympathisch. Ihre Verzweiflung lässt sich gut nachvollziehen. Bald zeigt Alison ihre hysterische, nervige Seite. Die Sympathie für die Hauptfigur geht zeitweise verloren. Besonders weil sie sich einem wichtigen Menschen gegenüber stur stellt. Das Verhalten einiger Charaktere kehrt sich ins Gegenteil und Unglaubwürdige um. Nicht alles lässt sich mit der belastenden Situation begründen. Ein Beweis wird unnötig lange hinaus gezögert. Trotz interessantem Thema geht die Intensität verloren. Das Tempo ist zu langsam. Es wird zu sehr auf Dialoge gesetzt. Nicht nur die eisige Gleichgültigkeit von Alisons Mutter wirkt überzogen. Auch die zwei Gesichter eines Gegenspielers entsprechen zu sehr Klischees. Liebe, Lügen, Täuschung, eine effektvoll eingesetzte Wende kann das Ruder nicht mehr herumreißen. Viel zu lange hat die Geschichte nicht mehr mitgerissen. Die Dramatik zum Schluss wirkt zu inszeniert. Der Showdown wird zu schnell abgehandelt. Zum Ende gibt es Weisheiten und einen langatmigen Ausklang.

Das Cover führt in die Irre, weil Details, das Düstere und der blutrote Titel auf einen Krimi hindeuten. Die erwartete Spannung, das Packende bleibt aus. „Bis du alles verlierst“ lässt sich sowohl in „Belletristik“ als auch „Frauenroman“ einordnen und bietet kurzweilige Unterhaltung. Wer seine Erwartungen nicht zu hoch schraubt, wird sich mit Alison und Co anfreunden können. Nicht nur von der Hauptfigur wird Einiges abverlangt. Auch Jeff und Katherine müssen sich Herausforderungen stellen.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (4,5)
Handlung:
Charaktere: 
tech. Umsetzung:
Cover:  (2,5)
Emotion: (2,5)
 
18,5 Punkte = Rohdiamant

Cover: © luebbeaudio