Wolfgang Hohlbein: Irondead - Der zehnte Kreis
Written by Martina Ernst |
 
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„Irondead – Der zehnte Kreis“ bildet den Auftakt zur Irondead-Reihe. Autor Wolfgang Hohlbein lässt in seiner Geschichte Alpträume wahr werden. Privatdetektiv Quinn Devlin stößt auf eine unerwartete, übermächtige Bedrohung.

Der Geruch von Tod und Verwesung, der aus dem Kanal strömt, sorgt bei Privatdetektiv Quinn Devlin für Übelkeit. Seine Verabredung hat eine Stunde Verspätung. Plötzlich taucht ein Junge namens Chip auf und überreicht ihm eine Nachricht. Quinns Misstrauen ist geweckt. Ist der Brief wirklich von seinem Auftraggeber? Angeblich werden Quinns Dienste nicht mehr benötigt. Er soll die verabredete Summe überwiesen bekommen. Dabei hatte man sich weder auf einen Geldbetrag geeinigt, noch hat Quinn seine Bankdaten angegeben. Was ist hier faul? Quinn lässt sich von dem Jungen zu dem Ort bringen, wo Chip seinen Auftraggeber getroffen hat. Ein schwerer Fehler.

 

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Ist die blubbernde, grünliche Brühe im Kanal wirklich Wasser? Autor Wolfgang Hohlbein legt schon zu Anfang der Geschichte erste Spuren. Welche Auswirkungen kann es haben, wenn gewissenlose Menschen Chemikalien und andere gefährliche Stoffe ins Abwasser leiten, Seen und Meere für ewige Zeiten verunreinigen? Könnte daraus nicht Leben entstehen? Es geht nicht um Mutationen. Wolfgang Hohlbein bringt noch den Strom ins Spiel und andere Faktoren. Das Ergebnis ist das Gleiche. Alptraumhafte Wesen bedrohen die Menschheit oder wollen sie nur in Frieden leben? „Irondead – Der zehnte Kreis“ entpuppt sich als schräge Geschichte, deren Sinn sich nicht völlig offenbart. Soll sie eine Warnung sein oder nur zum Gruseln anregen? Immer eine Schippe Schrecken drauf legen, das scheint die Devise zu sein. Quinn und der Junge wirken am Anfang als Charaktere noch interessant. Was ist geschehen? Warum ist Quinns Auftraggeber nicht zur Verabredung erschienen? Warum soll der Privatdetektiv seine Arbeit einstellen? Ein Schlachthof als Handlungsort unterstreicht die Spannung und lauernde Bedrohung. Mit dem Auftauchen des Monstrums driftet die Geschichte ins Phantastische ab. War der Angriff nur Einbildung? Sprecher Sascha Rotermund ist die Rettung für den nicht sehr überzeugenden Plot und die oberflächlichen Charaktere. Er sorgt dafür, dass der Zuhörer mit Quinn mitfiebert und dem Rätsel auf der Spur bleiben will. Anders als erwartet, spielt die Titanic nur eine untergeordnete Rolle. Die Frage kommt auf, warum sie überhaupt als Handlungsort gewählt wurde. Auf den ersten Blick passt nichts so richtig zusammen. Wird der zweite Teil „Irondead – Der achte Tag“ Lichts ins Dunkle bringen? Die Gefahr ist bald enttarnt. Wie lässt sich die Bedrohung besiegen? Unheimliche Orte, Ungestüme mit Giftklauen, flüchtende Menschen. „Irondead – Der zehnte Kreis“ hat etwas von einer Apokalypse. Steht der Untergang der Menschheit bevor?

Das Cover fasst die düstere Bedrohung in rätselhaften Details zusammen. Welche Rolle spielt die Titanic? Was hat der exzentrische Kaufmann Stanley, Quinns Auftraggeber, mit dem übermächtigen Gegner zu tun? Der Titel gibt einen Hinweis auf den Inhalt und hat eine gewisse Anziehungskraft. Wenig überzeugend bringt Wolfgang Hohlbein die Liebe ins Spiel. Nachdem Quinns erster Auftraggeber verschwunden ist, übernimmt Stanleys Vertraute Allison die Rolle des Chefs. Sie kennen sich nur kurz bevor das Alptraumabenteuer beginnt, sind sich noch nicht mal wirklich nah gekommen. Genügend Zeit, das ganze Liebe zu nennen? „Irondead – Der zehnte Kreis“ hat einige Schwächen. Je nach Erwartungshaltung wird der Zuhörer enttäuscht oder genießt die möglichen Schrecken der Zukunft.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung: (2,5)
Charaktere: (2,5)
tech. Umsetzung: (3,5)
Cover:
Emotion:
 
20,5 Punkte = Rohdiamant

Cover: © Lübbe

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