Wings of Fire - Die Prophezeiung der Drachen (Teil 1)
Written by Sven Kettner |
 
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Fünf auserwählte Drachlinge sollen laut einer Prophezeiung den jahrelangen Krieg der Drachen beenden. Jedoch gestaltet sich dieses Unterfangen schwerer als zunächst geplant, denn schon zu Beginn läuft nichts nach Plan. Zwar hat der Untergrund fünf Dracheneier und somit auch fünf Drachen, leider ist keiner davon in der Prophezeiung erwähnt. Davon abgesehen entwickelt sich die Ausbildung der jungen Drachen mehr als nur schleppend.

Wie beendet man einen Krieg? Wie kann man seine Bestimmung gerecht werden? In absehbarer Zeit sollen die fünf Drachen eben auf diese Fragen eine Antwort finden. Leider weiß aber keiner von ihnen wie diese große Verantwortung zu bewerkstelligen ist. Clay, ist es der größte von ihnen und auch der sanftmütigste, welcher angeblich als Baby die anderen töten wollte. Natürlich kann keiner dies so richtig glauben. Trotz allem schlägt, wie man im späteren Verlauf mitbekommt, ein richtiges Kämpferherz in ihm. Der Zuhörer bekommt sehr schnell einen Geschmack auf die Eigenheiten der anderen Drachen. Tsunami ist mehr oder weniger die Anführerin der kleinen Truppe, denn mit ihrem Temperament übertrumpft sie alle anderen. Sunny ist das komplette Gegenteil, diese ist die kleinste und entspricht nicht wirklich den Merkmalen ihrer Gattung. Glory, die ruhigste im Bunde, und neben gutem Aussehen auch die absolute Schlafmütze. Sie ist es auch, die leider in der Prophezeiung keinesfalls vorgesehen ist, aber dennoch als Notnagel genommen worden ist, weil der eigentliche Kandidat durch Zerstörung des Eis getötet worden ist. Starrflight ist mehr oder weniger der Gelehrte und wenn man es so mag die männliche Hermine Granger der Truppe. Des Öfteren sorgen bestimmte Aktionen von ihm für einige Lacher, denn der Drache hat die Eigenschaft zur Salzsäule zu erstarren, wenn Probleme oder ein Kampf bevorsteht. Dennoch weiß keiner über seine bestimmte Drachengattung genaueres. Daher muss man weiterhin geduldig sein, welche zusätzlichen Fähigkeiten jeder entwickelt.

Sehr schnell wird klar, dass die Truppe eigentlich keinen genauen Plan hat, wie sie vorgehen soll. Die Ereignisse zwingen sie zur Improvisation und schnell geraaten sie, wie nicht anders zu erwarten, in Schwierigkeiten. Diese gilt es im Kollegial zu bewältigen, aber sehr schnell wird klar, dass die Ausbildung in vielen Bereichen völlig versagt hat. Darunter fällt zum Einen, dass die jungen Drachen nichts über ihre besonderen Fähigkeiten wissen und zum Anderen erkennen sie nicht einmal eine der bösen Königinnen, auch wenn sie direkt vor ihnen steht und mit ihnen redet.

Nicht viele Sprecher sind im Stande ein Hörbuch mit so vielen Charakteren zu sprechen, so dass auch wirklich jede einzelne Figur richtig aufblühen kann. Simon Jäger ist hierbei die richtige Wahl gewesen. Mit seiner großartigen Sprechweise gelingt es ihm jeden einzelnen Drachling so darzustellen und umzusetzen, dass der Zuhörer sofort die richtigen Bilder im Kopf hat. Die angesprochenen charakterlichen Eigenschaften der Drachen spiegeln sich daher auch in der Sprache wieder. So hat Sunny auch ihre jugendliche, Clay seine etwas unbeholfene, aber auch neugierige, Starflight seine belehrende, Tsunami, wie es der Name schon sagt, ihre aufbrausende und Gloy ihre gemütliche Stimme. Der Auftakt der großen Wings of Fire-Saga bereitet dem Zuhörer eine richtige Freude mit der Story, den Charakteren und dem Erzähler dahingehend alles in allem eine wirklich schöne und abenteuerliche Welt in die uns Tui T. Sutherland führt.

Zu bemängeln gilt es aber den Klappentext, denn dieser verrät leider schon viel zu viel über den Inhalt. Grob gesagt, ist die Geschichte von Anfang bis fast zum Ende mit den zwei großen Steps umrissen. Aber natürlich erwartet den Zuhörer trotz allem viel, viel mehr. Sehr gut hingegen sind die Erklärungen der einzelnen Drachenarten mit Aussehen, Fähigkeiten, zugehörigen Königinnen und Bündnisse. Ich selbst bin kein großer Fan der Pappschachtel-Verpackungen, aber der Trend geht vor allem bei MP3-CDs leider in diese Richtung.

Die Altersempfehlung von zehn Jahren kann man so nicht ganz nachvollziehen, denn zahlreiche Stellen sind doch eher brutal. Der Kampf auf Leben und Tod in der Arena ist dahingehend etwas fraglich für Kinder mit zehn Jahren. Aber überwiegend sorgen lustige Augenblicke für die Erheiterung des Zuhörers. So unter anderem auch die Begegnung von Clay mit dem Champion der Arena. Die Dialoge und die stumpfsinnige und öfters unbeholfene Art des Erddrachens sind einfach nur komisch.

Alles in allem stimmt das Gesamtpaket, das der Zuhörer für kleines Geld bekommt. Wir haben uns gerne in die fantastische Welt entführen lassen und sind mitgerissen worden. 355 Minuten Laufzeit, die viel zu kurz zu Ende gehen, daher sind wir mehr als nur gespannt auf den nächsten Teil.

 

Unsere Bewertung:

 

Sprecher: (4,5)

 

Handlung: (4,5)

 

Charaktere:

 

tech. Umsetzung:

 

Cover:

 

Emotion:

 

27 Punkte = Ohrenschmaus

 

Cover: © DAV