Shane Hegarty: Darkmouth - Der Legendenjäger
Written by Ulrike Stiefelhagen |
 
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Direkt unter der öden Oberfläche des kleinen Ortes Darkmouth lauert die stinkige, verbrannte Welt der Legenden. Jederzeit kann die dünne Trennung zwischen den Welten aufreißen, ein Tor entsteht, und die Legenden – in Form von Albtraumgestalten verschiedener Boshaftigkeit – kommen herüber!

Finns Vater ist einer der letzten verbliebenen Legendenjäger, ein Amt, das seit Generationen vom Vater an den Sohn übertragen wird – es sei denn, der Sohn ist ein Verräter. Doch Finn  ist nicht solch ein skrupelloser Kämpfer wie sein Vater, der – Hauptsache schnell erledigt! – immer vorneweg den Exsikkator schwingt. Der 12-Jährige Finn kommt da eher nach seiner Mutter, die Zahnärztin ist – er möchte die Legenden verstehen und ihnen helfen. Und seine geplante Einführung in das Amt bereitet ihm auch Sorgen, denn soviel ihm sein Vater auch beigebracht hat, hat Finn bislang noch keine Legende alleine erledigt.

Und nun passieren plötzlich auch noch neue, seltsame Dinge: die Legenden lassen einen Kristall zurück, es entstehen viele viel zu kleine Tore, und Finn macht eine besorgniserregende Beobachtung. Nur eins ist klar: große Veränderungen stehen bevor.

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Eine Actionszene jagt die andere in den etwas über viereinhalb Stunden, und Autor Shane Hegarty breitet in seinem Debüt eine ganz fantastische Welt vor uns aus. Und die verbindet er mit der romantischen Technik von vor 50 Jahren: Finns Vater verfolgt Legenden von internationalem Rang (Minotaurus, Mantikor und Hogboon) mit Radar und Nachtsichtgeräten; Es gibt fantastische Energiequellen, aber von Handys hat in Darkmouth noch niemand etwas gehört. Aber eigentlich ist das ja auch nur Beiwerk: Finn sucht seinen eigenen Platz zwischen den Anforderungen seines Vaters und seinem eigenen Temperament. An Finns Seite steht die mutige und tatkräftige Emmi, die mit ihrem Vater gerade nach Darkmouth gezogen ist.

Finns von seiner Mutter inspirierter Wunsch zu helfen und mit den Legenden zu kommunizieren, ist nur am Anfang ein Hinderungsgrund, ein wirklich guter Legendenjäger zu werden. In Wirklichkeit fehlten seinem Vater genau diese Fähigkeiten, um einen Spion zu enttarnen! Hoffentlich findet Finns „Gegenstück“ Emmi im nächsten Teil ja genau wie die Hauptfigur Finn auch ihren eigenen Weg!

 

Mit Peter Kaempfe hat Oetinger Audio wirklich einen großartigen Sprecher gewählt! Er trägt total entspannt vor, kein einziges Mal hatte ich das Gefühl, er lese einfach nur die Geschichte. Seine tiefe, raue und dabei sehr freundliche Stimme ist ideal als Erzähler. Große Lautstärkenunterschiede, von denen normal-ist-langweilig auf lovelybooks.de schreibt, habe ich nicht empfunden (wir haben das Hörbuch aber auch in ruhiger Umgebung gehört).

Tja, enttäuscht war ich schon ein bisschen von den Legenden. Mehr als Namensvetter der wirklich legendären fantastischen Figuren sind es nämlich nicht. Eigentlich zeichnet Hegarty doch bloß Monster (= seltsame Gestalten), die einem finsteren Herrn dienen, und ohne eigene Hintergrundgeschichte. Hier kommt die Fantasie (zumindest in der „autorisierten Lesefassung“ des Hörbuchs) eindeutig zu kurz, und nachlesen auf der Website hilft auch nur ein bisschen.

Über den absolut unerwarteten und plötzlich eintretenden Cliffhanger am Ende der vierten Audio-CD kann man sich dann auch noch mit der schön gestalteten Website mit altersgerecht spannendem Online-Spiel (http://www.darkmouth-buch.de/) sowie einem Gewinnspiel retten – zumindest bis am 19. Oktober 2015 der nächste Teil erscheint...

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung: 
Charaktere:
tech. Umsetzung:
Cover:
Emotion:
 
21 Punkte = Hörspaß

Cover: © oetinger audio

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