Ben Aaronovitch: Der Galgen von Tyburn
Written by Martina Ernst |
 
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 „Der Galgen von Tyburn“ ist Band 6 der Peter Grant-Reihe von Autor Ben Aaronovitch. Bei Nachforschungen in einem Todesfall begibt sich Peter auf heikles Terrain.

„Eines Tages werde ich sie um einen Gefallen bitten und sie wissen, was sie zu antworten haben?“ Der Londoner Police Constable und Zauberlehrling Peter Grant schuldet der Flussgöttin Tyburn noch etwas. Als Tyburns Tochter Olivia in einen Todesfall verwickelt wird, soll Peter sie aus den Ermittlungen heraushalten. „Kein Wort davon zu Nightingale.“ Die ganze Sache entpuppt sich als Drahtseilakt.

 

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Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Sicht von Peter erzählt. Wer die ersten Bände der Fantasy-Reihe nicht kennt, wird sich schwer zurechtfinden. Es wird nur wenig erklärt und Einiges an Wissen vorausgesetzt. Ist die 17-Jährige Chrissy an einer Überdosis Drogen gestorben? Nichts deutet auf magische Einflüsse hin. Stattdessen scheint eine Party aus dem Ruder gelaufen zu sein. In wie weit steckt Olivia in der Sache mit drin? Die Polizei übernimmt die Ermittlungen, und Peter hält sich im Hintergrund. Bald hat Flussgöttin Tyburn Grund zum Zorn und eine Schadensbegrenzung erscheint unmöglich. Es lässt sich von Anfang an erahnen, dass sich die Sache zuspitzt. Wie sollen alle Interessen gleichzeitig gewahrt werden? Eine fast unlösbare Aufgabe. Trotz aller Herausforderungen schlägt sich Peter gut. Er reagiert überlegt und arbeitet mit Tricks und Raffinesse. Es steht auch seine Liebesbeziehung auf dem Spiel.

Sprecher Dietmar Wunder weiß, die spannenden Szenen mit mehr Tempo hervorzuheben. Mit seiner wandelbaren Stimme betont er die Persönlichkeiten der unterschiedlichen Charaktere. Besonders Peter und Nightingale, aber auch ihre Feinde, gelingen ihm überzeugend. Peter beweist mal wieder sein unfehlbares Talent, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Hinter welcher Identität verbirgt sich der Gesichtslose? Ist Nightingale ihm überlegen oder würde er den Kampf verlieren? Ein bisschen zu kurz kommen in diesem Band Molly und Toby. Der Fall ist komplexer als gedacht. Peters To-Do-Liste wächst fast mit jedem Einsatz. Humor blitzt in Band 6 viel seltener durch als gewohnt. Das fällt auf und ist schade. Witz und Schlagfertigkeit sorgen normalerweise für einen hohen Unterhaltungswert.

Bedrängnis und Gefahrensituationen nehmen zu. Am meisten Tempo und Spannung bietet CD3. „So“, dachte ich, „jetzt sterben wir alle.“ Alles steuert auf einen Showdown hin. Es gibt keinen Abschluss. Die Geschichte geht mit dem nächsten Abenteuer weiter.

Das Cover fällt mit seinen kreativen und abenteuerlichen Details ins Auge. Titel und Autorenname wecken zusätzlich die Neugierde. Auch die Farbgestaltung ist sehr gelungen. „Der Galgen von Tyburn“ ist für Peter Grant-Fans ein Muss. Seine verzwickte Lage lädt zum Mitfiebern ein. Nicht der beste Band der Reihe, aber auf eigene Art unterhaltsam. Es könnte sein, dass die Geschichte besser als Buch funktioniert.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (4,5)
Handlung:  (3,5)
Charaktere: (4,5)
tech. Umsetzung:  (4,5)
Cover: 
Emotion: (2,5)

24,5 Punkte = Hörspaß

Cover: © Goya