Holly Black: Der Prinz der Elfen
Written by Sven Kettner |
 
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Stellen sie sich vor, sie leben in einer Stadt, in der es völlig normal ist, mehr oder weniger Seite an Seite mit Elfen und anderen Fantasiegeschöpfen zu leben. Hin und wieder verschwinden Touristen und werden entweder nie, tot oder völlig verwirrt wiedergefunden. Ist dies ein Ort an dem sie leben möchten?

Fairfold ist der idyllische Name dieses besagten Örtchens. Neben den „Streichen“  durch Elfen oder anderen Kreaturen gibt es aber auch noch eine richtige Sehenswürdigkeit. Mitten im Wald steht ein gläserner Sarg und dieser beinhaltet einen schlafenden Elfenprinzen. Wer an dieser Stelle die Augen verdrehen sollte  und sich denkt…“Bitte nicht noch eine Dornröschen oder verdrehte Cinderella Story“ wird sicherlich positiv überrascht werden, welche Geschichte ihn erwarten wird.

 

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Die Story handelt vielmehr von den Geschwistern Hazel und Ben. Der Zuhörer bekommt Einblicke in die Vergangenheit, die Kindheit,  in derer die beiden auf Kreaturenjagd gehen und der Gegenwart, in welcher sich der Hauptteil der Geschichte abspielt.  An dieser Stelle kann man der Autorin Holly Black für Ihre Übersicht und Feingefühl danken, denn alle wichtigen Informationen, Wendungen und dunkle Geheimnisse werden zum richtigen Zeitpunkt  erzählt und spannen den Zuhörer keinesfalls übertrieben lange auf die Folter. Der Erzählfluss an Informationen ist perfekt abgestimmt und lässt dadurch weder Langeweile aufkommen, noch erzeugt er einen übertriebenen Spannungsbogen.

Böse Zungen könnten nun sagen, dass dies dem Sprecher einfach gemacht wurde, das Werk umzusetzen, jedoch muss hier widersprochen werden. Der ständige Wechsel zwischen männlichen und weiblichen Charakteren, speziell etliche Dialoge zwischen Bruder und Schwester und die Fülle weiterer Figuren waren sicherlich keine leichte Aufgabe. Jedoch wird dies von Britta Steffenhagen sehr gut  umgesetzt. Die einzelnen Sprachmuster überschneiden sich nur an sehr wenigen Stellen. Dennoch sorgt dies zu keiner Verwechslung beim Hören, sodass der Zuhörer sich ganz der Story widmen und durch die angenehme Stimme mitfiebern kann.

Das empfohlene Alter von 14-17 ist definitiv passend, denn von einer schönen Kindergeschichte ist man hier meilenweit entfernt. Zwar gibt es selbstverständlich auch Romantik, aber wie Einleitens schon erwähnt, kommen Touristen zu Tode, eine Kreatur erklärt dem Zuhörer, was diese eigentlich machen würde mit den Menschen, wenn sie der Elfenkönig nicht länger zurückhalten würde, Menschen werden lebendig zu Steinen verwandelt ..usw... es könnten noch vielmehr Beispiele aufgezählt werden. Halten wir fest, die Liste der Grausamkeiten für den Zuhörer ist sehr lang.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Fantasy-Fan, der Elfen eher etwas anders kennt und schätzt, eine andere und zugleich düstere Seite kennenlernen wird. Mir persönlich missfiel es, dass Elfen mit Kobolden, Feen und anderen Kreaturen gemeinsam paktieren und das Böse darstellen.  Aber da ist eine reine subjektive Empfindung. Die Story selbst und die Vermischung der Realen mit dem Fantasie-Genre ist objektiv betrachtet natürlich nichts Neues . Dennoch schafft es die Autorin perfekt den Zuhörer in eine schaurige Stadt namens Fairfold zu entführen.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung:  
Charaktere: (4,5)
tech. Umsetzung:  (4,5)
Cover: 
Emotion:

25 Punkte = Ohrenschmaus

Cover: © oetinger audio