Lucy Atkins: Das Flüstern des Meeres
Written by Martina Ernst |
 
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Für ihren ersten Roman „Das Flüstern des Meeres“ ließ sich Journalistin und Autorin Lucy Atkins von der wahren Lebensgeschichte der Walforscherin Alexandra Morton inspirieren. Von Alexandra Morton stammt das Buch „Sinfonie der Wale – Mein Leben mit den Riesen der Meere.“ 

Kals Mutter Elena ist gestorben. In ihrem Nachlass findet Kal 35 Postkarten aus 35 Jahren mit immer der gleichen Botschaft, die zu einem bestimmten Tag geschickt wurden. Was hat das zu bedeuten? Elena hatte ihrer Tochter kaum etwas aus ihrer Vergangenheit erzählt. Kann Elenas Freundin Susannah, von der die Postkarten stammen, Licht ins Dunkle bringen? Eine verräterische SMS auf dem Handy ihres Mannes lässt Kal glauben, dass er fremdgegangen ist. Sie nimmt es zum Auslöser für eine Auszeit und reist mit ihrem 18 Monate alten Sohn Finn spontan nach Vancouver, um Nachforschungen über ihre Mutter anzustellen.

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Der melancholische musikalische Einstieg lässt erahnen, dass es sich bei „Das Flüstern des Meeres“ um eine schicksalhafte Geschichte handelt. Kal hatte ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter. Sie kennt keine Fotos von sich als kleines Kind oder Baby. Was steckt dahinter? Die ominösen Postkarten wecken Kals Neugierde. Das Rätselhafte macht die Geschichte interessant. In Rückblicken erfährt der Zuhörer Einzelheiten aus Elenas Leben, angefangen bei ihrer Arbeit 1975 im Seapark. Die Übergänge von Kals Zeit in Elenas Vergangenheit geschehen zu abrupt. Schnelles Umdenken ist erforderlich, um der Geschichte weiter zu folgen. Elenas Leidenschaft für Delphine und Wale ist zu spüren. Ihre Faszination für die Natur bestimmt einen wichtigen Teil der Geschichte. Leider entwickelt sich nicht von Anfang an eine fesselnde Atmosphäre. Kal reagiert zu überzogen auf die verräterische SMS auf dem Handy ihres Mannes. Vielleicht ist sie durch die Trauer zu empfindlich geworden. Dem Plot fehlt es an Raffinesse. In Vancouver muss sich Kal mit Anfeindungen auseinandersetzen. Sie stochert in der Vergangenheit ihrer Mutter herum und weiß viel zu wenig, um die Reaktionen einordnen zu können. Es fehlt Kal an gesundem Misstrauen. Der Charakter wirkt nicht sehr realitätsnah und daher nicht überzeugend. Elenas alte Freundin Susannah verhält sich von Anfang an seltsam. Es wird schnell klar, dass sie etwas verbirgt und Kal gefährlich werden könnte. Die Geschichte wirkt lang gezogen. Die Geheimniskrämerei wird überreizt. Sprecherin Irina Scholz setzt ihre angenehme Stimme gekonnt ein, kann aber auch nicht mehr aus der Story herausholen. Zum Ende kommt Spannung auf. Der Showdown findet an einem ungewöhnlichen Ort statt. Kals Fehler sind im Laufe der Geschichte zu offensichtlich und nicht nachvollziehbar. Schade, dass Leben der Walforscherin Alexandra Morton hätte viel Potential für eine durchweg spannende und interessante Geschichte geboten. So geht sie zu sehr in der nicht so gelungenen, drum herum gewobenen Story unter.

Das Cover passt zum Titel und wirkt so melancholisch wie die Musik auf dem Hörbuch. Mir dem düsteren Himmel erhält eine lauernde Bedrohung Einzug in die Gestaltung. Alle Aufmerksamkeit richtet sich auf die Frau im roten Kleid. Welchem Geheimnis ist sie auf der Spur? Der Titel hat Ausdruckskraft und macht neugierig auf die Geschichte. Interessant wäre ein Booklet gewesen, das auf das Leben der Walforscherin Alexandra Morton eingeht und einen Hinweis darauf gibt, welche wahren Begebenheiten im Roman verarbeitet wurden. „Das Flüstern des Meeres“ ist mit Kals emotionaler Geschichte unterhaltsam. Roman und Hörbuch geben einen kleinen Einblick in die Welt der Walforschung und wecken das Interesse an Alexandra Morton.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: 
Handlung:
Charaktere: (2,5)
tech. Umsetzung: (3,5)
Cover:
Emotion:
 
18,5 Punkte = Rohdiamant

Cover: © luebbe

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