Dora Heldt: Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt
Written by Martina Ernst |
 
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„Dora Heldt“ ist das Pseudonym von Bärbel Schmidt. Nach ihrem Debütroman „Ausgeliebt“ 2006 gelang ihr 2008 mit „Urlaub mit Papa“ der endgültige Durchbruch als Bestsellerautorin. In „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“ kommen die Geheimnisse von gleich drei Frauen zu Tage. 

Doris will ihren 50zigsten Geburtstag partout nicht feiern. Ihr Ehemann Thorsten hat trotzdem eine Überraschungsparty geplant. Doris ahnt von nichts und entschließt sich spontan, ihre ehemaligenSchulfreundinnen Anke und Katja zu einem Wellness-Wochenende an der Ostsee einzuladen. An diesem eigentlich entspannenden Ort kommen Geheimnisse ans Licht.

 

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Dora Heldt spricht ihren Frauenroman selbst und tut sich damit keinen Gefallen. Ihre Sprecherstimme klingt zu nüchtern und emotionslos. Sie schlägt immer wieder ein zu hohes Tempo an. Das Lesen wirkt hektisch. Es kommt keine mitreißende Atmosphäre auf. In den Dialogen sind die Figuren manchmal schwer zu unterscheiden. Ein Profisprecher hätte mit viel mehr Intensität, Schauspielkunst und Wandelbarkeit punkten können. Drei Frauen auf Wellnesstour, das ist nicht sehr originell. Mit einer großen Portion Humor hätte die Geschichte trotzdem einen höheren Unterhaltungswert haben können. Leider geht es eher ernst zu. Probleme kommen auf den Tisch, von denen die jeweils anderen nichts geahnt haben. Sympathisch ist Katja mit ihrer lockeren, souveränen Art. Sie schafft es, die anderen vom Frusttripp wieder runter zubekommen. Anke nervt mit ihren Problemchen und warum Doris die „50“ so umhaut, lässt sich auch nicht nachvollziehen. Einzig der Wunsch nach Veränderung ist einleuchtend.Die eigene Lebenssituation aufpeppen, das ist eine Botschaft die bei vielen gut ankommt. Begegnungen mit alten Bekannten, bröckelnde Fassaden, Geständnisse, das gewohnte Leben gerät aus dem Ruder und soll nicht wieder in alten Schienen weiterlaufen. „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“ hat nichts Neues parat, bietet aber einen Anstoß, selbst etwas zu ändern. Alle Charaktere der Geschichte scheinen wie aus dem Leben gegriffen. Gerne hätten sie mehr Ecken und Kanten haben können. Figuren und Geschichte bleiben blass. Ankes peinliche Aktionen können den Humorpegel auch nicht mehr groß nach oben ausschlagen lassen.

Der Titel klingt nichtssagend, hätte aber gut zu einem witzigen Abenteuer gepasst. Drei feiernde Frauen am Strand, die Szene passt gut zum Inhalt. Es passiert einfach zu wenig. Als Buch funktioniert die Geschichte vielleicht etwas besser. „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“ ist nur etwas für eingefleischte Dora Heldt-Fans, den kurzweiligen Zeitvertreib oder Mädels, die ein gemeinsames Ostseewochenende planen.  

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: 
Handlung:
Charaktere:  (2,5)
tech. Umsetzung: (3,5)
Cover:
Emotion:
 
15 Punkte = Durchschnitt

Cover: © Jumbo

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