Lo Malinke: Vier Frauen und ein Sommer
Written by Martina Ernst |
 
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Das ehemalige Kabarett- und Chanson-Duo MALEDIVA, Philipp Müller und Lo Malinke, hat das Kreativlabor „Filmschreiberei“ ins Leben gerufen. Sie schreiben und produzieren Drehbücher für Kino, Fernsehen und Internet. „Vier Frauen und ein Sommer“ ist nach „Alle unter einer Tanne“ und „Alle müssen mit“ Lo Malinkes dritter Roman.

„Vier Frauen werden Vierzig und haben nicht die Absicht, dem neuen Lebensabschnitt mit Würde zu begegnen - ganz im Gegenteil ...“ Verkäuferin Melli träumt von einer Märchenhochzeit. Britta wünscht sich ein Kind. Jenny hätte gerne ein aufregenderes Leben. Ärztin Yüzil wurde gerade das Herz gebrochen.

 

 

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Die Geschichte beginnt mit ambitioniertem Morgensex als Geburtstagsgeschenk. Seltsamerweise schweifen Jennys Gedanken dabei ab. Ein ungewöhnlicher Einstieg. Alle vier Frauen müssen feststellen, dass bisher nichts so richtig nach Plan gelaufen ist und sie alles andere als glücklich sind. Die Unzufriedenheit nimmt zu. Der nahende runde Geburtstag regt zum Nachdenken an und wird zum Wendepunkt. Es ist Zeit, endlich das Ruder herumzureißen. Obwohl wie du und ich, werden die Hauptfiguren nicht so recht greifbar. Es wird wenig über ihr Aussehen mitgeteilt. Haarfarbe, Mimik, Markantes, man erfährt nichts Einprägendes. Nur die Berufe geben Anhaltspunkte. Mehr Nähe entsteht zu den männlichen Protagonisten. Ein Bauarbeiter, Regieassistent und Vater werden zu Hauptattraktionen. Alle drei zeigen besonders viel Herz und lassen sich auch durch absurdes Frauenverhalten nicht aus der Ruhe bringen. Schauspielerin Sandra Borgmann schafft es, die Emotionen der unterschiedlichen Charaktere zu transportieren, scheitert aber anfangs daran, der Geschichte eine besondere Atmosphäre zu verleihen. Ihre Stimme wirkt älter und erfahrener und passt nicht so gut zu den vier Frauen. Auch fehlt es an Wandelbarkeit. „Ich hab‘ mein Leben so satt!“ So ganz ist die Verzweiflung nicht bei jedem nachzuvollziehen.

Kinder, Beziehung, Job, nicht alles läuft schlecht. Brittas Schwester Hannah überzeugt mit einem „Donnerwetter“ zum richtigen Zeitpunkt. Es geht um Liebe, Freundschaft, Familie, Alltagsprobleme, die Suche nach dem Lebenssinn und Glück. Ständige Handlungswechsel zwischen Jenny, Melli, Yüzil und Britta sorgen nicht für Tempo. Der Überblick bleibt dank der kurzen Fragmente erhalten. Das Thema „Wahre Schönheit“ kommt an. Auf den letzten beiden CDs geht es turbulenter und humorvoller zu. Missverständnis, Überraschung, Entsetzen, endlich entfaltet der Plot seine Möglichkeiten. Schluss und Ausklang mit „Das Leben“ sind gelungen.

Das angebissene Eis am Stiel mit Titel und Sprechernamen ist kreativ, der Rest des Covers zu schlicht. Ein z.B. schräg gesetztes Eis hätte mehr ausfüllen können. Dem Hörbuch fehlt es an peppiger Musik. „Vier Frauen und ein Sommer“ bietet gute, kurzweilige Unterhaltung. Im Gedächtnis bleiben mehr die Männer als die Frauen. Die Geschichte macht Mut, Dinge zu ändern und aus dem Alltagstrott auszubrechen.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung: (2,5)
Charaktere: (2,5)
tech. Umsetzung: (3,5)
Cover: 
Emotion: (2,5)
 
17 Punkte = Durchschnitt
 
Cover: © tacheles