Susan Mallery: Der 48-Stunden-Mann
Written by Martina Ernst |
 
Font size decrease font size increase font size
Rate this item
(0 votes)

Eigentlich lässt Polizistin Hannah solche Typen wie Nick Archer abblitzen. Sie versprechen nur Ärger. Erst die große Liebe und kurze Zeit später sind sie weg. Aber Hannah braucht dringend für ein paar Tage einen Ehemann. Ihre leibliche Mutter will sie kennen lernen und glaubt, dass Hannah verheiratet ist. Für Nick kommt das Angebot zum richtigen Zeitpunkt. Er muss dringend aus Südkalifornien verschwinden und für ein paar Wochen untertauchen. Hannahs Familie nimmt beide mit offenem Armen auf. Fast alle sind Polizisten und das in der 3.Generation. Das macht die Sache nicht gerade einfach. Werden Hannahs und Nicks Lügen auffliegen?

 

Eine Eisprinzessin und einen perfekten Verführer aufeinander losgehen zu lassen, verspricht Feuer. Obwohl sehr unterhaltsam, wird das Geplänkel zwischen den beiden mit der Zeit überstrapaziert. Für Spannung sorgt die vertrackte Situation mit einem Netz aus Lügen in einem Haufen Polizisten gelandet zu sein. Sekündlich erwartet man einen Krimi, dass Nicks Verfolger ihn aufspüren, das Haus stürmen oder Ähnliches. Die actionreichen Szenen kommen sehr spät, und bis dahin ist die Story auf eine heikle Liebe und Familienzusammenführung konzentriert. Autorin Susan Mallery hätte aus gelungenen Ansätzen wesentlich mehr machen können. Es fehlt das Tempo. Die Geschichte bietet zu wenig Neues. Trotzdem erzeugt die wachsende Liebe, das ständige Hin und Her zwischen Nick und Hannah eine gewisse Faszination. Dank Sprecherin Floriane Kleinpaß kann man besonders Hannahs Gefühlsdebakel nachvollziehen. Beide Hauptfiguren sind beziehungsgestört und nicht bereit zu vertrauen. Bei Hannahs Brüdern hätte man noch mehr wert auf ausgefeilte Charakterzüge legen können. Das Potential der Geschichte ist leider nicht ausgeschöpft worden, dabei hätten die Geheimnisse eine Steilvorlage für rasante Szenen geboten. Wirklichkeit und Täuschung, Lüge und Wahrheit, etwas Kitsch. Eine prickelnde Liebesgeschichte für Fans von großen Gefühlen. Das Hörbuch spricht hauptsächlich Frauen an. Männern wäre es wohl zu viel Gefühlsduselei in einer Zeit von 4 Stunden und 41 Minuten.

Das Cover führt völlig in die Irre. Man erwartet eine Komödie, Gute-Laune-Unterhaltung, dabei stecken die Hauptfiguren in ernsthaften Problemen. Humor blitzt nur mal so zwischendurch auf, wenn die beiden wieder einmal miteinander umgehen, als hätten sie sich an einer Herdplatte verbrannt. Von Hochzeit und Mann an der Angel anfangs keine Spur. Es handelt sich um einen nüchternen Deal zwischen zwei Menschen, die sich anziehen. Vorhersehbar, was geschieht. Ein mysteriöseres Cover hätte besser gepasst. Der Mann als Verführung, die Frau als abweisender, aber langsam schmelzender Eisklumpen. Wirklich schwierig, ein passendes Cover zu finden. Ein Krimi ist es nicht, eine Komödie auch nicht, eher eine brenzlige Liebesgeschichte. „Der 48-Stunden-Mann“ weckt Erinnerungen an Frauenhelden, die es in jeder Generation gibt. Man möchte ihn am liebsten für immer erobern, aber plötzlich ist er einem, ohne Vorwarnung, durch die Lappen gegangen. Gute Unterhaltung für sehnsuchtserfüllte Tage.

 

Unser altes Bewertungssystem:

Sprecher :

Story: 

Aufbau:

Atmosphäre:

15 Sterne = gut gelungen

Cover: © Lagato

Jetzt bei audible downloaden

oder