Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff
Written by Martina Ernst |
 
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Gruselig, furchteinflössend, unheimlich. Der zweite Band von Autor Chris Priestleys Schauergeschichten-Reihe „Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff“ ist blutrünstiger als „Onkel Montagues Schauergeschichten“ und grauenvoller als „Schauergeschichten aus dem Schlund des Tunnels“.

Im alten Gasthof „The Old Inn“ warten Ethan und Cathy auf ihren Vater. Er will in einer stürmischen Nacht den Doktor holen, weil die beiden krank sind. Ein junger Fremder klopft an die Tür. Eigentlich sollen die Kinder keinem aufmachen, aber sie haben Mitleid mit dem Mann bei dem tosenden Unwetter dort draußen. Der Fremde ist seltsam gekleidet und vertreibt ihnen die Wartezeit mit schaurigen Geschichten. Fast vergessen die Geschwister, dass ihr Vater sich merkwürdig viel Zeit lässt.

 

In „Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff“ geht es dieses Mal um Seemannsgeschichten. In jeder Geschichte spielt ein Sturm eine Rolle. Ein Schiff kann Träume befördern. Hier verwandeln sich Träume in Alpträume. Eine harmlose Begegnung führt zu einer schicksalhaften Wende. Oft wird bis zum Schluss das Grauen von den Opfern unterschätzt. Ein Ausweg aus der misslichen Lage ist nicht zu entdecken. Autor, Illustrator, Maler und Cartoonist Chris Priestleys Vorliebe für Gänsehautszenen, Grusel- und Geistermythen und Wahrheiten ist mal wieder hautnah zu spüren. Zahllose grausam entstellte Opfer, angriffslustige Tiere und jede Menge seltsamer, unnatürlicher Begebenheiten. Auch eine bekannte Figur aus „Onkel Montagues Schauergeschichten“ taucht wieder auf.

Sprecher und Schauspieler Wanja Mues unterstreicht mit großer Intensität die schaurig schöne Atmosphäre. Bloß nicht den Atem anhalten und sich nach jeder Story einmal wie zur Erleichterung schütteln. Brrr! Ein Schluck Wasser hilft auch. Jedes der drei Hörbücher hat seine Qualitäten. Wer es lieber besonders mysteriös mag, liegt bei den anderen beiden Bänden richtig. In „Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff“ geht es ohne Umschweife richtig zur Sache. Die Geheimnisse sind schnell ergründbar, deswegen aber nicht weniger unheimlich. Ethan und Cathy sind die Hauptprotagonisten in der Hauptgeschichte, die als mysteriöses Gerüst für die acht erzählten Geschichten des seltsamen Seemannes dient. Einem Aufbau, den sich Autor in der Schauergeschichten-Reihe immer wieder bedient und der eine doppelt unheimliche Atmosphäre erzeugt. Für kleine und große Ohren ab 12 Jahren besser als jede noch so ausgeklügelte, mit lebenden Akteuren bestückte Geisterbahn. Die Titelgeschichte gibt es ganz zum Schluss. Ist das Schwarze Schiff wirklich nur eine Legende?         

 

Auf dem Cover stehen Ethan und Cathy ziemlich bedrückt und verängstigt unter dem Titel. Nicht ohne Grund. Besonders Ethan will sich nicht eingestehen, dass ihm die Geschichten des Fremden Angst machen. Steckt ein Quäntchen Wahrheit drin oder ist alles nur frei erfunden? Rund um Ethan und Cathy sind Details aus den Geschichten zu sehen. Nebel schwappt durchs Bild. Illustrator David Roberts hat mal wieder den gruseligen Kern der Sache getroffen. Die Musik von Frank Stehle ist zum Ohrwurm geworden. Sie lässt sich sofort, genau wie die Zeichnungen, zu den Schauergeschichten zu ordnen. Die Geräuschkulisse aus einem Aufschlag, Sprung ins Wasser, Krähengekrächze, Schiffsglocke oder Turmuhrschlagen lässt die Gedanken in gruselige Sphären schweben. Ein offenes Ende, das eigentlich keines ist. Brrr! Seemannsgarn mal ganz anders. Als Hörbuch ein Erlebnis, das kein Grusel- und Geisterfan verpassen sollte.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung:  (4,5)
Charaktere: (3,5)
tech. Umsetzung: 
Cover: (3,5)
Emotion:
 
24,5 Punkte = Hörspaß

Cover: © audiolino

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