Volta und die Seele der Roboter
Written by Martina Ernst |
 
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„Die Wege der Erkenntnis sind unendlich.“ Im 18. Jahrhundert waren viele Dinge noch völlig ungeklärt. Alessandro Volta bereitete mit seiner Erfindung eines künstlichen, elektrischen Organs, der Voltaschen Säule, einer ersten funktionierenden Batterie, den Weg für die Entdeckung der Elektrolyse, die wiederum den elektrischen Telegraphen nach sich zog. Eine Idee führt zur anderen. Auch heute noch sind es Erfindungen, die die Menschen zum Staunen bringen.

Alessandro Volta wurde am 18. Februar 1745 in Como, im damals habsburgischen Norditalien, als Sohn einer adeligen Familie geboren. Von Kindheit an faszinierten ihn Experimente. Selbst vor der Küche seiner Mutter machte er nicht Halt. Im 18. Jahrhundert war das Wissen über Elektrizität sehr begrenzt. Als Dreizehnjähriger liest Alessandro viel und lernt Französisch, um wissenschaftliche Bücher lesen zu können. Ihn interessierte das elektrische Feuer. Zusammen mit Freund Julio wälzte er im Sommer in der Lombardei schwere Probleme. Haben Tiere eine Seele? Was ist die Seele? Gleicht sie dem elektrischen Feuer? Im Jahre 1761 begann Alessandro mit 16 Jahren das elektrische Feuer zu studieren und half vier Jahre später dabei, einen Blitzableiter zu bauen. Experimente im Physiklabor brachten erste Ideen zu Tage. Mit seiner zweiten Erfindung, dem Elektrophor, mit dem man ununterbrochen Elektrizität erzeugen kann, erlangte er erste Anerkennung in der Fachwelt.

 

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Das beeindruckende Leben Voltas wird in „Volta und die Seele der Roboter“ schrittweise von der Kindheit bis zum Tod erzählt. Die Faszination Voltas an den scheinbar unerklärlichen Dingen und seiner Suche nach Antworten geht auf den Zuhörer über. Autor Luca Novelli schafft es, den Zuhörer in die Zeit zurück zu versetzen und das 18. Jahrhundert mit seinen ungestellten Fragen greifbar zu machen. Heute für uns kaum vorstellbar, dass es keine Batterien, kein elektrisches Licht gab und alles erst mühsam entdeckt werden musste. Der Pioniergeist der Zeit, die Aufbruchstimmung ist bewundernswert. Menschen wie Alessandro Volta haben wir unseren heutigen Fortschritt zu verdanken. Bei all seiner Neugierde war Volta immer so klug, keine unnötigen Risiken einzugehen. Allein beim Bau des Blitzableiters hätte jeder kleinste Fehler tödlich sein können. Er erkennt sehr früh, dass seine Zukunft der Elektrizität gehört, verfasst wissenschaftliche Abhandlungen in Latein und entdeckt das elektrische Potential, die Spannung. Mit Anfang Dreißig unterrichtet er Physik. Zeitweilig hält ihn die Liebe von der Arbeit ab, aber er wird von seinem Bruder zurechtgewiesen. Volta ist ein Mensch wie du und ich. Gerade das macht ihn so sympathisch. Er ist unbeirrt und mit viel Leidenschaft seinen Weg gegangen und hat sich die Anerkennung hart erarbeitet. Die Sprecher, allen voran Stephan Schad und Peter Kaempfe, unterstreichen die menschliche Seite Voltas und erzählen seine Lebensgeschichte auf lebendige Art und Weise. Der tragenden Musik als Einleitung und Untermalung von Bach und Co passt zum 18. Jahrhundert. Ein paar Geräusche setzen Voltas Welt der Experimente und Erfindungen in Szene und sorgen für aufheiternde Abwechslung. Voltas Erforschung der tierischen Elektrizität mit Fröschen wirkt etwas abschreckend. Bilder entstehen im Kopf, die sich nicht so schnell vertreiben lassen. Interessant sind die geschichtlichen Details, die nebenbei in die Erzählung einfließen. Voltas Nähe zu Napoleon bringt in später in Schwierigkeiten.

Das Cover macht einen sehr wissenschaftlichen Eindruck und zeigt die Zusammenhänge zu Voltas Erfindungen auf. Sein Gesicht wirkt ernst und konzentriert. „Volta und die Seele der Roboter“ ist für kleine und große Ohren ab 10 Jahren gedacht. Es verströmt den Zauber vom Erfindungsgeist und gibt unterhaltsame Einblicke in Voltas Leben und die Auswirkungen seiner Ideen. Das Hörbuch gibt den Anstoß, sich mit Dingen, die heute so selbstverständlich sind, wieder auseinanderzusetzen und Erfindungen und die Menschen dahinter schätzen zu lernen. Das kleine Wörterbuch im Booklet hilft bei aufkommenden Fragen und gibt Kindern zusätzliche, leicht verständliche Informationen zur Welt der Elektrizität. Fazit: Unterhaltsam, lehrreich, empfehlenswert.     

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung:
Charaktere: (3,5)
tech. Umsetzung:
Cover: (3,5)
Emotion:
 
22 Punkte = Hörspaß
Cover: © audiolino

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