Mia und der Großstadtdschungel
Written by Martina Ernst |
 
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In Band 5 „Mia und der Großstadtdschungel“ ist Mias beste Freundin Jette rettungslos in einen Jungen verschossen und der festen Überzeugung, dass auch Mia sich verlieben soll. Sie hat auch schon jemanden im Auge.

Endlich Sommerferien! Eigentlich sollte es nach Timmendorf an die Ostsee gehen, aber Mias Mutter darf sich wegen ihrer Schwangerschaft keinem Stress aussetzen. Deswegen platzt die Reise. Stattdessen soll Mia mit Jette und deren Eltern nach Berlin fahren. Keine schlechte Alternative. Statt Ferienwohnung Luxushotel. Mia ist begeistert. Nicht nur das Hotel ist der Hammer, ein süßer Page verdreht Mia den Kopf. Der 14-Jährige Zahnspangenfranzose erweist sich als toller Beschützer und Helfer in der Not. Plötzlich ist nämlich Jette wie vom Erdboden verschwunden.

 

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Zwei elfjährige Mädchen in der Großstadt. Das Abenteuer nimmt einen anderen Verlauf als gedacht. Mia und Jette kämpfen mit Alltagssorgen. Jettes Eltern streiten sich ständig und sprechen schon von Scheidung. Die Mia-Geschichten sind nicht nur aufgrund derunterschiedlichen, mitreißenden Charaktere so erfolgreich, die Realitätsnähe trägt ausschlaggebend zum Unterhaltungswert bei. Auch im wirklichen Leben ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Steht eine Trennung an, sind Kinder die Leidtragenden. Jette ist verzweifelt darüber, dass sich ihre Eltern selbst im Urlaub nicht vertragen können. Mit dem traurigen Thema kommt Schwermut auf. „Mia und der Großstadtdschungel“ ist weniger fröhlich als die bisherigen Mia-Geschichten und hat daher auch nicht den hohen Gute-Laune-Faktor. Tröstend wirkt Mias Verliebtsein und eine lustige Szene im Naturkundemuseum. Der Zahnspangenfranzose steht Mia in kniffeligen Situationen zur Seite und erweist sich als fast so einfallsreich wie Jette. Ein bisschen Kitsch, viele Tränen und ein paar witzige Vorkommnisse, ein Auf und Ab der Gefühle für alle Beteiligten.

Anne Moll muss Schniefen was das Zeug hält, Staunen, in Begeisterungstürme ausbrechen, fremde Sprachen imitieren, die breite Palette der Emotionen hält die Sprecherin ganz schön auf Trab. Sie nimmt die verschiedenen Hürden exzellent. Jettes Papa mit seinem Hang zur kulturellen Bildung und noblem Essen hat so seine Probleme, sich auf die Wünsche von Fastzwölfjährigen einzulassen. Ein Charakter, der dem ein oder anderen sicherlich bekannt vorkommt. Witzig sind wieder die Wortkreationen wie Hotelbettenallergie-Tränen, Ich-werd-noch-gleich-verrückt-Gefühl und Zahnspangenfranzose. Autorin Susanne Fülscher punktet auch wieder mit originellen Einfällen. Die überschwängliche, spontane Jette bietet viel Potential für abgedrehte Situationen. Ein klein bisschen Wehmut kommt auf, weil es nicht, wie anfangs gedacht, nach Timmendorf geht. Was die beiden Mädels wohl dort für ein Abenteuer erlebt hätten? Berlin hat aber auch seinen Reiz. So ganz nebenbei gibt es eine grobe Führung durch die Großstadt. Das Naturkundemuseum mit seinen riesigen Dinosaurierskeletten und der Wunsch nach einer Currywurst bleiben im Gedächtnis. Wie viele Gummibärchenpunkte würde der eigene Freund erreichen? Einfach mal eine Mini-Gummibärchentüte zur Hand nehmen und heimlich ein Urteil fällen.

Der senffarbene Hintergrund des Covers ist etwas gewöhnungsbedürftig. Normalerweise haben die Mia-Cover eine fröhlichere Hintergrundfarbe. Weil dieses Mal nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, passt der mittelscharfe Senfton vielleicht sogar. Über Mias Schulter hängt ihre Überlebenstasche, in der sie alles verstaut hat, was wichtig ist: Tagebuch, Lieblingsschmetterlinge, Handy und Portemonnaie. Miss Butterfly versucht die Geschichte noch zum Guten zu wenden, aber sie kann nicht immer alles gerade biegen. Für kleine und große Ohren ab 10 Jahren ein abenteuerliches und sehr unterhaltsames Hörvergnügen.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung:  (3,5)
Charaktere:
tech. Umsetzung:
Cover:
Emotion: 
 
23,5 Punkte = Hörspaß

Cover: © audiolino

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