Winston - Im Auftrag der Ölsardine
Written by Martina Ernst |
 
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„Winston – Im Auftrag der Ölsardine“ ist Band 4 der Kinderbuch-Reihe um Kater Winston Churchill. Von Juristin, Journalistin und Schriftstellerin Frauke Scheunemann stammen Romane wie „Ziemlich unverbesserlich“, „Hochzeitsküsse“ und „Welpenalarm“.

Ein Katzenhasser legt giftige Köder aus. Winston warnt seine Freunde, die Streuner Odette, Spike und Caramel. Obwohl Winston über die Gefahr im Bilde ist, zeigen sich bei ihm gleich zwei  Mal in kurzen Abständen heftige Vergiftungserscheinungen. Er hat keinen Leckerbissen von der Straße gefressen. Sind gleich mehrere Giftmischer unterwegs? Zusammen mit Lieblingszweibeiner Kira und der Streunerbande macht sich Winston an die Detektivarbeit.

 

Im Prolog glaubt Winston, dass seine letzte Stunde geschlagen hat. Die Tierärztin ist vom Zustand des Katers alarmiert. Ihm muss der Magen ausgepumpt werden. Wie ist Winston in die schlimme Lage gekommen? „Nichts Fremdes fressen!“ Kiras Warnung kommt rechtzeitig. Trotzdem hat sich Winston ganz schlimm den Magen verdorben. Wenn die Gefahr nicht nur von Giftködern auf der Straße ausgeht, wo lauert sie noch? Das Tempo der Geschichte ist langsam. Erst zum Schluss, als nicht nur Winston richtig in der Klemme steckt, kommt Spannung auf. Die Kulisse „Weihnachtszeit“ hätte einige Vorlagen für unterhaltsame Szenen bieten können. „Was ist eigentlich Weihnachten?“ wird von Winston und seinen Katzenfreunden heiß diskutiert. Trotz einiger Versuche, das Humorvolle will nicht so recht gelingen. Die Geschichte ist liebenswert, kann aber die Erwartungen nicht erfüllen. Oliver Kalkofe ist als Sprecher eine gute Wahl. Seine Stimme passt gut zur Hauptfigur Winston. Auch zeigt er bei Charakteren wie Babuschka seine Wandelbarkeit. Wohnungskater contra Streuner, Winston hat sich an so manche Annehmlichkeit gewöhnt. Nicht nur seine Kletterkünste haben gelitten. Eigentlich verstehen sich Kater Winston und Schülerin Kira ohne Worte, aber manchmal gerät auch Winstons Lieblingszweibeiner an seine Grenzen. In Zeiten der Gefahr können Kommunikationsschwierigkeiten zu einem ernsthaften Problem ausarten. Band 4 hat ein paar gute Ansätze, dem Plot fehlt es aber an Raffinesse und echten Überraschungen. Bei der Tätersuche tappt auch der Zuhörer eine Zeit lang im Dunkeln. Das wenige Rätselhafte reicht nicht aus, um zu fesseln. Sehr schade, Winston und seine Freunde haben Potential. Die Menschen bleiben in der Geschichte zu blass und entsprechen meistens Klischees. Mehr Persönlichkeit hätte allen Charakteren besser gestanden. Gelungen sind ein paar gefährliche Szenen auf der letzten CD. „Winston – Im Auftrag der Ölsardine“ ist für Kinder ab 10 Jahren gedacht. Für einen Zeitvertreib, z.B. an regnerischen Tagen, reicht das Hörbuch auf jeden Fall aus. Dem nächsten Band ist mehr Pepp zu wünschen. Kater Winston zählt nicht zu den Weichei-Katern und hat mehr zu bieten.

Der knallige Hintergrund und die originellen Katzen ziehen alle Blicke aufs Hörbuch. Auch der Titel hat viel Witz. Die Gestaltung passt perfekt zum Inhalt. Winstons detektivische Fähigkeiten hätten gerne noch mehr unterstrichen werden können. Für Band 1 „Winston – Ein Kater in geheimer Mission“ wurde Frauke Scheunemann mit dem deutschen Katzen-Krimi-Preis 2013 ausgezeichnet.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung: (2,5)
Charaktere: (2,5)
tech. Umsetzung: (4,5)
Cover: (4,5)
Emotion: (2,5)
 
20,5 Punkte = Rohdiamant

Cover: © DAV