Brigitta Elín Hassel: Dämmerhöhe - Lautlos
Written by Martina Ernst |
 
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„Dämmerhöhe – Lautlos“ bildet den Auftakt zur Kinderbuchreihe vom isländischen Autorinnen-Duo Birgitta Elin Hassell und Marta Hlin Magnaòttir. Anna geht einen unüberlegten Handel mit einem fremden Mädchen ein und wird ihn bald bitter bereuen.

An einem kalten Winterabend in Island begegnet Anna einem seltsamen Mädchen, dem sie viel zu schnell ihre Probleme anvertraut. Schule, die Leidenschaft für Sport und Treffen mit Freundinnen lassen sich schwer in Einklang bringen. Für alles Liebgewonnene bleibt zu wenig Zeit. Das fremde Mädchen macht Anna den verlockenden Vorschlag, ihre einige, lästige Dinge abzunehmen. Anna lässt sich auf einen Vertrag ein. Einmal die Woche bekommt sie bis zur Zeugnisübergabe im Frühling die Möglichkeit, den Namen des Mädchens zu erraten. Anna glaubt, die Lösung zu kennen und die zugesagte Gegenleistung abwenden zu können. Geht ihr Plan auf?

 

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Steckt in den Gerüchten von übernatürlichen Ereignissen und Gräueltaten ein Körnchen Wahrheit drin? Der Anfang ist etwas verwirrend. Erst mit Annas Erinnerung an eine erste Begegnung wird der Kern der Geschichte deutlich. Die Variante des Rumpelstilzchen-Märchens kommt erst nach und nach in Fahrt. Anna unterschätzt die Macht ihrer Gegnerin und ist sich ihrer Sache zu sicher. Die Veränderungen kommen schleichend. Das Mädchen greift erst klammheimlich und dann immer deutlicher in Annas Leben ein. Welches hinterhältige, böse Wesen verbirgt sich dahinter? Von Anfang an lässt sich erahnen, dass der Vertrag ein Fehler ist. Das fremde Mädchen übernimmt die Hausaufgaben und das Lernen für die Schule. Anna selbst verliert den Anschluss und gerät schnell ins Hintertreffen. Immer offensichtlicher werden die Nachteile der Vereinbarung. Kann Anna das Blatt noch wenden oder ist es längst zu spät? Zum Ende von CD 1 nimmt die Bedrohung für Anna und ihr Umfeld zu. Die Geschichte stützt sich zu sehr auf die Macht des Bösen und ist vorhersehbar. Der Prolog hat zu viel vorweg genommen.Ein Highlight ist Sandra Keck in der Rolle des fremden Mädchens. Verschlagenheit, Häme und Boshaftigkeit, das Bedrohliche gelingen ihr erschreckend echt. Durch ihre wandelbare Stimme werden die Gegensätze zwischen Anna und ihrer Gegnerin noch greifbarer. Anna wird nicht eindimensional naiv und durch und durch gut dargestellt. In ihr schlummert auch Negatives wie Schadenfreude. Der Plot hat seine Schwächen. Ab CD 2 steigert sich die Spannung nicht wie erwartet. Die Geschichte wird noch abgedrehter. Die Wut des Wesens wirkt eher lächerlich als gruselig. Lange Dialoge, kein packender Showdown, selbst die Auflösung am Schluss überzeugt nicht. Wer die Story nicht so ernst nimmt, wird unterhalten. Das Ende scheint mehr als einmal einzutreten und wird hinaus gezögert. Gut oder Böse, wer wird gewinnen?

Der Titel macht neugierig. Die Gestaltung unterstreicht durch die Farben Rot und Schwarz und die Details das Unheimliche. Gerne hätte das Cover noch etwas ungewöhnlicher sein können. Über sich hinaus wachsen, das ist Annas Aufgabe. Sie hat es mit einem übermächtigen Gegner zu tun. Leider agiert sie oft zu naiv und bringt dem Feind wenig Raffinesse entgegen. Das Hörbuch ist für Kinder ab 12 Jahren gedacht. Der Anspruch in dem Alter an eine Gruselgeschichte ist höher. Für jüngere Kinder könnte es dagegen zu schaurig sein.    

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (4,5)
Handlung: 
Charaktere: (2,5)
tech. Umsetzung: (4,5)
Cover:
Emotion: (2,5)

19 Punkte = Rohdiamant

Cover: © audiolino

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