Brigitta Elín Hassel: Dämmerhöhe - Eiskalt
Written by Martina Ernst |
 
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„Dämmerhöhe - Eiskalt“ ist Band 2 der Dämmerhöhe-Kinderbuchreihe vom isländischen Autoren-Duo Marta Hlín Magnadóttir und Birgitta E. Hassell. Ein Alptraum lässt Vigdís nicht mehr in Ruhe.

Warum sieht Vigdís in ihren Träumen plötzlich ein schluchzendes, zorniges Mädchen? Seltsame Vorkommnisse häufen sich. Vigdís bemerkt öfters einen merkwürdigen Geruch und sieht böse Augen in einem Spiegel. Durch Zufall bekommt Vigdís Teile eines Gespräches von ihrer Oma und deren Freundinnen mit. Was wurde ihr viel zu lange verheimlicht?

 

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Der zweite Band startet unspektakulär mit einer Ortseinführung. „Niemand spricht laut über die Ruinen.“ Haben dort übernatürliche Ereignisse und Gräueltaten stattgefunden? Die Geschichte beginnt mit Vigdís‘ Alptraum vom weinenden Kind. Ein Schrei hallt nach. Neue Szene, Vigdís spricht nach der Schule mit ihrer Freundin Anna. Mit den folgenden ständigen Wechseln zwischen Unheimlichem und Unbeschwerten schaffen Marta Hlín Magnadóttir und Birgitta E. Hassell eine fesselnde Atmosphäre. Vigdís erzählt ihrer Cousine Jóhanna von ihren Träumen und den seltsamen Ereignissen. Zusammen wagen sie sich auf den Dachboden, der eigentlich Speergebiet ist. Kindliche Neugierde, düstere Räume, Band 2 bedient sich gängiger Mittel. Vigdís ist eigentlich ein taffes Mädchen, erzählt selbst gerne Gruselgeschichten. Umso merkwürdiger erscheint es ihr, dass sie sich plötzlich so schnell erschrecken lässt. Das Unheimliche ist sehr geschickt inszeniert, nimmt zu und wird von den musikalischen Übergängen verstärkt. Sehr gelungen sind die Gewitter-Grollen-Effekte. Fast stellt sich Gänsehaut ein. Schauspielerin Svenja Pages spielt mit der Lautstärke, setzt geschickt die Schreie des kleinen Mädchens und Vigdís‘ Überreaktionen ein. Ihr gelingt der Wandel von harmlos zur Bedrohung perfekt. „Dämmerhöhe – Eiskalt“ ist eine eigenständige Geschichte. Es fällt leicht, sich mit Vigdís zu gruseln. Warum ist das kleine Mädchen so zornig? Was ist damals geschehen und warum findet der Geist keine Ruhe? Ist Vigdís die Einzige, die das Kind sehen kann? Spekulationen halten nicht lange an. Eine Auflösung lässt sich erahnen. Steckt mehr hinter zwei Todesfällen als angenommen? Wann und wie wird Vigdís die Wahrheit erfahren? Leider gibt es am Schluss nicht genug Antworten. Das Ende kommt viel zu abrupt. Eigentlich hätte die Geschichte noch weiter gehen müssen. Sehr schade, da wurde Potential verschenkt und zu sehr auf einen unheimlichen Ausklang gesetzt.

Das Cover lässt sich leicht der Kinderbuchreihe zuordnen. Der prägnante Titel und die mysteriösen Details erregen Aufmerksamkeit. Auch die Farbe hat an einen Anziehungseffekt. Kinder ab 12 Jahren, die Gruselgeschichten lieben, liegen mit „Dämmerhöhe – Eiskalt“ richtig. Das unheimliche Gefühl könnte auch in die Realität überschwappen. Nichts für Zartbesaitete.     

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung:  (3,5)
Charaktere: (2,5)
tech. Umsetzung:
Cover: (4,5)
Emotion: (3,5)

24 Punkte = Hörspaß

Cover: © audiolino

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