Gunnel Linde: Hilfe! Ich bin ein Werwolf
Written by Martina Ernst |
 
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1978 wurde die schwedische Schriftstellerin Gunnel Linde für ihr Gesamtwerk mit dem Astrid Lindgren-Preis ausgezeichnet. Sie hat mehr als 40 Kinder- und Jugendbücher geschrieben. In „Hilfe! Ich bin ein Werwolf“ weiß sich der schüchterne Ulf plötzlich zu wehren.

Beim Äpfel klauen mit Freundenwird Ulf fast von dem unheimlichen Alten erwischt, dem das Grundstück gehört. Der Mann beißt ihm ins Bein. Die Bisspuren sind deutlich zu sehen. Ulf bemerkt an sich Veränderungen und auch seine Mitschüler sind überrascht. Plötzlich kann der Wackelpeter brüllen und lässt sich Ungerechtigkeiten nicht gefallen. Ulf weiß genau, was passiert ist. In ihm schlummert ein Werwolf, in den er sich bei Vollmond verwandelt.

 

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Die musikalische Einleitung mit dem Wolfsgeheul passt hervorragend zur Geschichte. Ulf erzählt am Anfang, wie er zu einem Werwolf geworden ist. Das Ganze klingt abstrus. Nachvollziehen lässt sich, dass Ulf und den anderen Kindern, der grimmige Alte unheimlich vorgekommen ist. Aber hat der alte Mann wirklich ein Werwolfgebiss? Kinder sehen die Welt mit anderen Augen. Im Schrank könnte ein Gespenst hocken, unterm Bett ein Monster lauern, und um die Ecke ein schlecht getarnter Werwolf wohnen. In „Hilfe! Ich bin ein Werwolf“ ist eine ausufernde, kindliche Phantasie die Basis der Geschichte. Autorin Gunnel Linde spielt mit dem „Was wäre wenn-Gefühl“ und lässt keine strikte Einordnung zu. Ulfs Erlebnisse könnten auch real sein. Eine humorvolle Irreführung. Für manche  Dinge im Leben, gibt es einfach keine wissenschaftliche Erklärung. „Lügen ist auf die Dauer anstrengend.“ Die Hauptfigur verstrickt sich immer weiter in Ausreden. Bald ist der alte, unschlüssige, ängstliche Ulf fast ganz verschwunden. Seine Ideen werden immer hirnrissiger und haben Folgen. Auch sein bester Freund Jaakko versteht ihn nicht mehr, hält aber in der Not felsenfest zu ihm. Die Themen „Mobbing und Freundschaft“ spielen eine zentrale Rolle. Ein paar schwedische Wörter und außergewöhnliche Namen verraten, in welchem Land die Geschichte spielt. Durch eine ungeklärte Ulf-Aktion kommt Spannung auf. Ulfs Veränderung wird immer mehr auf die Spitze getrieben. „Egal was man versucht, es wird trotzdem kompliziert.“ Wie endet das Chaos? Die Frage beschäftigt. Auch hier hat die Autorin noch eine kleine Überraschung parat.

Die Musik, sowohl in der Einleitung, als auch bei den Kapitelübergängen, wertet die Geschichte auf. Ein weiterer Trumpf ist Jens Wawrczeck als Sprecher. Das Unglaubliche und der Humor werden von ihm auf mitreißende Art unterstrichen.

„Skurril und ulkig“, damit lässt sich die Szene auf dem Cover beschreiben. Wächst Ulf wirklich Fell? Details und Titel sind effektvoll platziert. Die unaufdringlichen Farben lassen die Nachtszene erst richtig wirken. Welches Kind schon immer mal wissen wollte, wie es ist, ein Werwolf zu sein, sollte zu diesem Hörbuch greifen. Es ist für Heranwachsende ab 8 Jahren gedacht und spricht Mädchen und Jungs an.  

 

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:  (4,5)
Handlung: (3,5)
Charaktere:  (3,5)
tech. Umsetzung: 
Cover:  (4,5)
Emotion:
 
24 Punkte = Hörspaß

Cover: © audiolino

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