Dave Shelton: Der 13. Stuhl
Written by Martina Ernst |
 
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Für sein Kinderbuch-Debüt „Bär im Boot“ gewann Dave Shelton den Luchs-Preis. In seinem Jugendbuch „Der 13. Stuhl“ geht es gruselig und rätselhaft zu. Was hat es mit dem Treffen der 13 auf sich?

13 Leute versammeln sich an einem Tisch in einem alten Haus. Jack kennt keinen von ihnen, und er weiß nicht was passieren wird. Nach einer kurzen Vorstellung beginnt der Erste eine Spukgeschichte zu erzählen. Siedend heiß fällt Jack ein, dass auch er bald eine Geschichte erzählen muss.

Jack zögert, in das Zimmer zu gehen. Was treibt ihn überhaupt an diesen unheimlichen Ort zu diesen Menschen? Die Frage und das Motiv für die Versammlung sind die roten Fäden des Hörbuchs. Das Rätselhafte und der bleiche, undurchsichtige Mann als Leiter des Treffens sorgen für Spannung. Fesselnd geht es auch in den Geschichten zu, die am Tisch erzählt werden. „Lass mich schlafen“ und „Die falsche Straßenseite“ haben einen hohen Gruselfaktor. Schuld und Rache sind die zentralen Themen. Nach der ersten Geschichte wird klar, worauf es hinaus läuft. Ab Erzählung Drei nehmen Intensität und Grauen etwas ab. Der Zuhörer ist zu sehr vorbereitet. Interessant sind die unterschiedlichen Handlungsorte. Nach jedem Schluss erfolgen Glockenschläge, die die Düsternis verstärken. Bei Jack nehmen Fragen und Ängste zu. Die Geschichten werden verwirrender. Immer geht es um seltsame Ereignisse und eine Eskalation der Lage. Bei der hohen Anzahl an Sprechern sticht Peter Kaempfe als Mister Osterley, der bleiche Mann, heraus. Dank ihm wird das Grauen immer greifbarer. Sina Gussek als Amelia hat einen erfrischenden, mitreißenden Erzählstil. Mathis Rempe lässt Jack erst sehr kindlich wirken. Am Ende passt die Stimme zu Neugierde und Situation der Hauptfigur. Bei manchen Geschichten kommt der Gedanke auf, sie in ähnlicher Form mal gehört zu haben. Eine Überraschung ist die Seemannsgeschichte. Es entsteht der Eindruck, die Erzähler am Tisch wären auf Anerkennung hinaus. Geht es um einen Wettkampf? Alle halten das Übernatürliche für wahr. Auch Jack schließt sich der Meinung an. Ab der zehnten Erzählung kommt es zu einer Steigerung, die die volle Aufmerksamkeit abverlangt. Was passiert hier? Die Auflösung erzeugt Gänsehaut. Ein Paukenschlag, der nachhallt. Gibt es ein Entrinnen für Jack?

 

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Das Cover setzt auf wenige Details und den rabenschwarzen Hintergrund. Nicht so gelungen ist die Kleidung der Person im Dunkeln. Mister Osterley hätte gut aufs Cover gepasst und eine größere Wirkung erzielt. „Der 13. Stuhl“ reiht sich in die Schauergeschichten von Chis Priestley, Adam Gidwitz und Birgitta E. Hassell ein. Stutzig macht die Altersangabe für dieses Hörbuch. Aufgrund des Gruselfaktors hätte es für Erwachsene sein können. Tatsächlich soll es Heranwachsende ab 12 Jahren ansprechen. Es wird Nervenstärke benötigt, um sich die Geschichten der 13 Erzähler anzuhören und das geballte Unheimliche zu ertragen.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:  (4,5)
Handlung:
Charaktere:(3,5)
tech. Umsetzung: 
Cover:
Emotion:
 
23 Punkte = Hörspaß

Cover: © audiolino