Sabine Zett: Very important Hugo
Written by Martina Ernst |
 
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6. Klässler Hugo plant gemeinsam mit seinem besten Freund Niko eine Sommer-Halloween-Geburtstagsparty. Schrill soll sie werden, cool und schön gruselig. Klasse, dass sich Hugos Mutter als Gruselmeisterin entpuppt und Opa DJ sein will. Die Schockeffekte für die Einladungskarten bringen die beiden Freunde in eine brenzlige Lage. Noch schlimmer wird es, als Niko und Hugo durch ein Missverständnis in der Theater AG aufgenommen werden und bei einer Schulaufführung auftreten sollen. Aus der Sache wieder raus zu kommen, ist bestimmt kein Problem. Schließlich ist Hugo nicht auf den Kopf gefallen. Konkurrent James Brian will die Hauptrolle ergattern. Ein wichtiges Argument gegen den Ausstieg aus der Misere. Ein echter Kerl sein und sich eventuell eine Blamage einheimsen oder auf Nummer sicher gehen und im richtigen Moment die Segel streichen? Die Entscheidung ist gar nicht so einfach.

 

Die Hugo-Hörbuchreihe glänzt mit witzig kurzen Titeln wie „Hugos Masterplan“, „Hugos geniale Welt“ und "Hugo hebt ab". Langweilig wird es mit Hugo nie. Wenn man megacool ist und sofort nach den Sternen greifen will, liegen so manche Stolpersteine vor einem. Der Anfang von „Very important Hugo“ fährt gleich schaurig fiese Geschütze auf: „Der Typ ohne Kopf gefällt mir am besten." Die Auflösung ist natürlich harmlos. Ein gelungener Einstieg in Hugos neues Abenteuer. Bei Hugo darf man sich eh auf alles gefasst machen. Dabei wird es nie so abgedreht, dass die Story nicht in ein normales Jungenleben passt. Der Titel verrät nichts. Am besten unvorbereitet auf Hugo einlassen und nicht in die Kurzbeschreibung schauen (ein beschenkter Hugo-Neuling hat einen entscheidenden Vorteil). Hugo hat mehr Glück als Verstand. Sein schauspielerisches Talent taucht eher plötzlich und unerwartet auf. Eine Menge Text lernen, vor Publikum auftreten, singen, Hugo entwickelt Qualitäten, die er sich insgeheim ohne Probleme vorgestellt hat. So etwas wirklich umzusetzen, ist eine ganz andere Nummer. Hugos Charakter bietet sehr viel Potential für schräg humorvolle Geschichten. Germanistensprüche wie „Ideen sind des Hugos Stärke“ und „Die Genialität ist des Hugos Wesen“ sind nicht sonderlich kreativ, dafür aber sehr passende Hugoweisheiten. Eigentlich ist Hugo nämlich faul und hat ständig Unsinn im Kopf. Der „Spezialeffekt“ für gruslige Einladungskarten erweist sich als einer dieser dummen, zweischneidigen Einfälle. Hugos vermeintlicher Angriff auf Niko zeigt wie schnell Stille Post schlimme Gerüchte wie ein unaufhaltsames Lauffeuer verbreiten kann. Ein ernstes Thema auf Schenkelklopferart verpackt. Jugendliches Konkurrenzgehabe spielt in „Very important Hugo“ eine entscheidende Rolle. Herausforderungen sorgen für eine bessere Leistung. Unglaublich, aber es klappt immer wieder. In der Schule ein wirksamer Ansporn. Familie, Freundschaft, Mut, Hugo hat mehr drauf als reinen Hörspaß.

Auf dem Cover sieht Hugo mit Sonnenbrille und VIH-T-Shirt im Rampenlicht richtig cool aus. Karikaturen und ein spritziges Gelb peppen den Hefter-Hintergrund auf. Die sehr treffenden, unterhaltsamen Illustrationen stammen von Ute Krause. In der Infobeilage gibt es sogar einen witzigen Hugo-Steckbrief. Sabine Zetts Wunsch, eine lustige, lebensnahe Reihe für Jungen zu schreiben, ist aufgegangen. Ab 10 Jahren ist man hugotauglich und findet sich in seiner Welt super zurecht. Patrick Mölleken kann sein Erzähltalent bei den Hugohörbüchern voll ausschöpfen. Mit ganz viel Energie, erfrischend und leidenschaftlich fühlt er sich in Hugos Abenteuer ein und macht für die Zuhörer daraus ein tolles Erlebnis. Lustig, peppig, mit vielen guten Ideen. Hugo weckt bei Erwachsenen Erinnerungen an die Fettnäpfchen und listigen Fallen der Schulzeit.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher :

Story:

Aufbau: 

Atmosphäre:

16 Sterne = hervorragend

Cover: © Jumbo

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