Kate Klise: Nur über meine Leiche!
Written by Martina Ernst |
 
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Ein Brief von der Gesellschaft für Rettung, Anleitung und Schutz irregeleiteter Kinder „Grausig“ trifft bei Ignaz B. Griesgram in der Spence Villa ein. Trotz Griesgrams Beteuerungen, dass es der 11-jährige Severin gut bei Olivia und ihm hat, leitet Dirk Tator Untersuchungen der ungeklärten Verhältnisse ein. Griesgrams und Severins angebliche Freundschaft zu einem Gespenst bringt Griesgram in die Irrenanstalt Schauderburg und Severin ins Schauderburger Waisenhaus. Eine vertrackte, aussichtslose Situation. Ein reger Briefwechsel zwischen Olivia, Griesgram und Severin beginnt, ein Fluchtplan wird geschmiedet und der fiese Tator muss unbedingt gestoppt werden. Er hat vor, Olivias Leiche auszugraben.

 

Wer „Gespenster gibt es doch!“ nicht kennt, hat kein Problem sich in der Friedhofstraße 43 zurechtzufinden. Eine kurze Einleitung mit Informationen zu den Hauptpersonen sorgt für den richtigen Überblick. Die herzliche Freundschaft zwischen Olivia, Severin und Griesgram ist Basis für eine neue, ungewöhnliche Geschichte. Erleichterung breitet sich aus, wenn man feststellt, dass die drei Freunde ihre Erzählerstimmen behalten haben. Anne Moll als Olivia C. Spence, Rolf Becker als Ignaz B. Griesgram und Eike Onyambu als Severin Hoffnung sind unschlagbar. Ihre Stimmen passen 1a und unverwechselbar zu den Charakteren.

Olivia tappt bei der Suche nach ihren alten Manuskripten völlig im Dunkeln und sorgt mit ihrer Ratlosigkeit und immer neuen Einfällen, wobei sie ganz Schauderburg in Atem hält und mit alten Geheimnissen trickst, für die besten Szenen auf dem Hörbuch. Auffällig witzige Namen wie Carina Trampel, Rosa Schlüpfer, Klara Hellsicht, Haferschleimweg und Schreckstraße gehören zum Friedhofstraße 43-Spaßfaktor wie die Butter aufs Brot. Die Schauderburger Nachrichten mit ihrem Leitspruch „Ihre Geheimnisse sind unsere Nachrichten“ bringen den Zuhörer auf den aktuellen Stand. Severins schreckliche Eltern mit ihrem neuen Möchtegernbestseller „Nur Narren und Kinder glauben an Gespenster – Die ultimative Antispenstergeschichte“ spielen wieder eine unrühmliche Rolle. Viele alte Bekannte und ein paar neue Nebenfiguren. Unterschiedliche Musik und Geräusche wie Olivias Standuhr, die Schreibmaschine und Severins Stift untermalen die Geschichte. Die lustig originelle Ohrwurmmusik taucht vermehrt am Ende der zweiten CD auf. „Gespenster gibt es doch!“ ist trotz vieler Gemeinsamkeiten nicht zu toppen. Zwar kommt es am Schluss noch zu einer lustig schusseligen Auflösung, aber der Überraschungseffekt vom ersten Mal bleibt für Kenner aus. Die Geschichte ist auch nicht ganz so originell und spaßig. Der Unterhaltungswert durch den einzigartigen Aufbau, die grandiosen Sprecher und originellen Charaktere und Details bleibt. Für die dritte Hörbuchausgabe der Reihe wünscht man sich die Kreativität und Leidenschaft vom Anfang zurück. Griesgram, Severin und Olivia hat man so ins Herz geschlossen, dass man noch ganz viel mit ihnen erleben will.

Das Cover von „Nur über meine Leiche!“ ist mit schrillem Pink und Gelb als Titelhintergrund bunter. Die Friedhofszene mit Severin und der unsichtbaren Olivia gut gelungen. In der Infobroschüre findet man Infos zu „Gespenster gibt es doch!“, den Sprechern, der Autorin Kate Klise und ihrer Schwester der Illustratorin M. Sarah Klise. Das Hörbuch ist für Kinder ab 8 Jahren gedacht und hat Lehrreiches zu bieten. Wie leicht sind Menschen beeinflussbar? Wer auf die Idee kommt, Bücher zu verbrennen, hat jedenfalls ein paar Schrauben locker. Alle Spuren führen zu „Nur über meine Leiche!“ und dem Vorsitzenden der Grausig-Gesellschaft.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher : 

Story: 

Aufbau:

Atmosphäre:

17 Sterne = hervorragend

Cover: © audiolino

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