Sabine Zett: Hugo chillt
Written by Martina Ernst |
 
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Kurz vor der Klassenfahrt ist die Katastrophe perfekt. Die Lehrerin verteilt Jungs und Mädels per Losverfahren auf die Zimmer. Hugo landet ausgerechnet im Loser-Außenseiter-Freakzimmer und das ohne seinen besten Freund Nico. Alle Tricks nützen nichts. „Das Schicksal hat gesprochen.“ Kurz vor der Abfahrt teilen seine Eltern ihm mit, dass sie ihm nach der Klassenfahrt etwas Wichtiges mitzuteilen haben. Was kann das nur sein? Hugo beratschlagt sich mit seinen Freunden. Wollen seine Eltern sich scheiden lassen oder steht ein Umzug kurz bevor? Die Zeichen sind einfach nicht zu deuten. Kann seine Schwester Licht in die Sache bringen?

 

Wie ein roter Faden zieht sich das Geheimnis von Hugos Eltern durch die Geschichte. Das macht „Hugo chillt“ bis zum Schluss so spannend. Es könnte sich ja auch um eine gute Nachricht wie einen Lottogewinn oder eine schöne Reise handeln. Man fiebert mit Hugo mit. Lustig, wie sich der angebliche Lottogewinn wie ein Lauffeuer bei den Klassenkameraden herumspricht. Der Wunsch der Lehrer während der Klassenfahrt, soziale Kontakte zwischen den Schülern fördern zu wollen und sie deswegen bunt durcheinander zu würfeln, Jungs und Mädels natürlich getrennt, kommt anfangs fast lächerlich rüber. Tatsächlich wird damit ein ernstes Thema aufgegriffen. In vielen Klassen gibt es Außenseiter, denen es schwer gemacht wird, sich in die Gruppe zu integrieren. Hugo geht auf Abwehr. Er ist beliebter als die Freaks und findet es fürchterlich, mit ihnen das Zimmer teilen zu müssen. Langsam begreift er, was für tolle Menschen es sind. Spezielle Typen werden viel zu leicht als Freaks abgestempelt. Hugo-Geschichten orientieren sich an der Wirklichkeit und bringen mit gelungenen, unterschiedlichen Charakteren Würze in die Geschichte. Der dicke Dennis, der so gerne futtert, Casper, der Universum-Yoga fabriziert und super unheimliche Gruselgeschichten erzählt.

Sprecher Patrick Mölleken beweist sein Schauspieltalent und schlüpft in die unterschiedlichsten Rollen. Keiner kann so gut mit vollem Mund reden imitieren wie er. Man ist fast versucht, es gleich selbst auszuprobieren. Die lustige Atmosphäre, Hugos verunglückte Aktionen und brillanten Einfälle bringen dank Patrick Mölleken Stimmung in die Bude. Die Geschichte ist gar nicht so außergewöhnlich, passt aber dadurch perfekt ins Leben. Klassenfahrten haben immer etwas Verrücktes an sich. Von einem Lottogewinn träumt fast jeder und Erwachsene auszutricksen macht Spaß. Hagebuttentee erweist sich als Allheilmittel. Man kann sich damit Tanzschritte besser merken, Nervosität besiegen und über sich hinaus wachsen. Witziger Einfall! Gerade Hagebuttentee spaltet die Gemüter. Man mag ihn oder hasst ihn."Hugo chillt" hat andere Qualitäten als "Very important Hugo", kann mit der wichtigen Botschaft, niemanden auszugrenzen und vorurteilsfrei auf Andere zu zugehen, aber locker mit dem schrägen Hörbuch mithalten.

Alle Hugo-Cover trumpfen mit einer komischen, bunten, auffälligen Gestaltung auf. Passend zum Titel wurde eine Gummipalme als Sitzmöglichkeit für den chillenden Hugo ausgewählt. Insgeheim träumt er schon vom Lottogewinn. Ganz klein neben dem Titel kann man Schlafwandler Hugo finden. Wer Hugo noch nicht kennt, kann mit jedem der Hörbücher einsteigen und wird sich sofort alle fehlenden zulegen wollen. Hugo-Geschichten sind für Jungs ab 10 Jahren gedacht. Unterhaltsam, frech, fröhlich, prima zum Chillen und aus dem Alltag ausklinken.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher : 

Story:

Aufbau:

Atmosphäre:

16 Sterne = hervorragend

Cover: © Jumbo

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