Die schwarze Hand der weissen Frau
Written by Martina Ernst |
 
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Das Hörbuch „Die schwarze Hand der weißen Frau“ basiert auf den Suhler Sagen, spukhafte und wunderliche Geschehnisse im alten Suhl. Autor und Regisseur Kai-Uwe Kohlschmidt bindet in seine fiktive Headstory reale Suhler Dinge und Orte, z.B. die schwarze Hand zu Heinrichs, mit ein.

Bella träumt von einer Frau, die im 16. Jahrhundert auf einem Scheiterhaufen verbrennen soll. Eine Stimme spricht zu ihr. Bella kann Epona, die weiße Frau mit seherischen Fähigkeiten, nicht vergessen. Sie macht sich auf die Reise nach Suhl. Drei Reisende haben sich im Angesicht des Pesttodes dem Teufel verschrieben und sich in böse Geister verwandelt. Sie werden nur sichtbar, wenn sie selbst es wollen. Einer von ihnen kann mit einem Fiedelspiel Kontakt zu Epona aufnehmen. Bella begegnet den drei Geistern. Sie zeigen sich ihr als Zwerglinge. Eine Freundschaft beginnt. Kann Bella den Teufelsbann brechen und Epona aus ihrer Gefangenschaft befreien?

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Die Geschichte startet wirr mit Bellas Traum. Wer nichts über das Hörbuch gelesen hat, findet sich nicht zurecht. Die Stimme von Epona wirkt nicht mystisch, sondern eher abgedreht. Das liegt an ihrer seltsamen Sprache und den merkwürdigen Andeutungen. Was hat der Traum zu bedeuten? Warum lässt sich Bella mit nur wenigen Anhaltspunkten auf eine seltsame Reise ein? Es geht mit einem Handlungswechsel und den Reisenden weiter, die an Pest erkranken und den Teufelspakt eingehen. Es erfolgt ein neuer Bruch. Bella macht sich auf die Suche nach dem Haus, wo die Bücher wohnen. Oh Wunder, es handelt sich um eine Bibliothek. Die Story wirkt zusammengeflickt. Der rote Faden ist anfangs nicht erkennbar. Es gibt auf dem Hörbuch einige laute Passagen, die fast in den Ohren dröhnen. Die Stimme des Bürgermeisters dagegen geht zum Teil unter. Die Idee, reale Personen bei der Inszenierung mitspielen zu lassen, ist originell. Schade, dass der Plot nicht verständlicher, rätselhafter und unterhaltsamer gestrickt wurde. Es fehlt an Spannung und überraschenden, überzeugenden Szenen. Epona und der Teufel Voland bringen viel Theatralik in die Geschichte. Vielleicht wäre es besser gewesen, eine alte Sage modern zu gestalten und den alten Spukzauber zu erhalten. Der Ansatz, reale Dinge, Orte und Plätze einzubringen, war eigentlich ein guter Einfall. Das Hörbuch hätte noch neugieriger auf die Stadt Suhl und seine Geheimnisse machen können. Es ensteht das Gefühl, dass jeder Sprecher eine andere Geschichte umsetzen will. Selbst das Schicksal der drei Zwerglinge, allen voran Wamsers Liebesunglück, kann die Story nicht unterhaltsamer machen.

Sehr gelungen ist das mystische Cover mit dem blassen Gesicht und der schwarzen und weißen Hand. Es weckt hohe Erwartungen an die Geschichte. Die Illustrationen von Sara Fattori werten das Cover und das Booklet auf. Interessant sind die Infos über das Suhler Sagenbuch und die Auszüge daraus. Wer experimentierfreudig ist und ungewöhnliche Geschichten mag, könnte mit diesem Hörbuch richtig liegen.      

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: 
Handlung: 
Charaktere: 
tech. Umsetzung: 
Cover: 
Emotion: 

17 Punkte = Durchschnitt

Cover: © steinbach

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