Jodi Picoult: Bis ans Ende der Geschichte
Written by Adriane Haussmann |
 
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„Bis ans Ende der Geschichte“ heißt das vorliegende Hörbuch aus der Feder Jodi Picoults. Und der Titel ist in diesem Fall Programm. Um Schuld und Vergebung zu thematisieren hat sich die Autorin in diesem Werk die Zeit des dritten Reichs ausgesucht. Wer jetzt die Augen verdreht und denkt: „Nicht schon wieder!“, dem sei gesagt, dass Jodi Picoult versucht mit einem anderen Blickwinkel an die Thematik zu gehen.

Wir haben eine Geschichte in der Geschichte und starten im Hierundjetzt mit der Protagonistin Sage Singer, die in einer Bäckerei arbeitet. Dort lernt sie den 90-Jährigen Josef Weber kennen. Sage freundet sich mit dem alten Mann an und merkt wie ihr die Gespräche gut tun, doch dann verlangt Josef plötzlich einen Gefallen von Sage, der sie völlig aus den Fugen geraten lässt. Als Begründung erzählt er seine Geschichte.

Josefs Geschichte ist die innere Erzählung, die in Deutschland während des dritten Reichs spielt. Wir hören über die Kriegssituation und den Alltag in einem Konzentrationslager. Um die Geschehnisse allerdings nicht nur einseitig zu erleben, wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt und so stoßen wir auch auf eine Jüdin, die die Dinge aus ihrer Sicht während dieser Zeit beschreibt.  Ob Josef damit Sage überzeugen kann?

 

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Ganz in Jodi Picoult Manier baut sich die Handlung nur nach und nach auf und wird durch verschiedene Blickwinkel komplettiert. Um dem Hörer das Folgen zu vereinfachen, hat der Hörverlag das Hörbuch mit fünf Sprechern umgesetzt, die die verschiedenen Blickwinkel vertonen. Dennoch benötigt man Aufmerksamkeit, um den guten 10 Stunden Handlung, und den Sprüngen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, folgen zu können. 

Vorweg muss man sagen, dass der Inhalt nicht für jüngere Ohren bestimmt ist und Jodi Picolut nichts schön malt, ganz im Gegenteil, sie geht in unzählige Details und spricht auch Aspekte an, die man sonst gerne übergeht. Von Vorteil wären bereits historische Vorkenntnisse, um das Gehörte besser einordnen zu können, diese sind aber kein Muss, um die Geschichte zu verstehen.

Schnell wird klar, worauf Josefs Wunsch hinausläuft und die Frage stellt sich wie Sage handeln wird. Doch es zählt nicht der Weg dorthin, sondern allein das Ende, das man manchmal besser bereits am Anfang gewusst hätte.

Während mich die letzten Hörbücher „Und dennoch ist es Liebe“ und „In den Augen der anderen“ von Jodi Picoult nicht ganz so treffen konnten wie einst zum Beispiel „19 Minuten“, bei dem ich nach dem Hören erst einmal tief durchatmen musste, schafft es „Bis ans Ende der Geschichte“ wieder einen echten Nachklang zu erzeugen. Jodi Picoult ist nie einfache Kost und die Autorin versucht grundsätzlich moralische Themen zu verarbeiten, hat sich hier allerdings einem Thema genähert, das schon etliche Male behandelt wurde. Ob es genau dies sein musste, um die Frage von Schuld und Vergebung zu erötern, sei dahin gestellt, aber in den 10 Stunden Hörzeit erwartet den Hörer eine Reise auf einer Gefühlsachterbahn und jeder muss am Ende für sich selbst entscheiden wie er Jodi Picoults gewähltes Ende empfindet. Ich kann für mich eine klare Hörempfehlung geben.

 

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung:  
Charaktere:
tech. Umsetzung: 
Cover:  
Emotion:

25 Punkte = Ohrenschmaus

Cover: © Hörverlag

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