Iny Lorentz: Der Sohn der Mätresse
Written by Martina Ernst |
 
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Hinter dem Pseudonym „Iny Lorentz“ verbirgt sich das Autorenehepaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath. Für ihre besonderen Verdienste im Bereich historischer Roman wurde Iny Lorentz 2014 der Ehrenhomerpreis verliehen.

Leutnant Martin, der uneheliche Sohn des verstorbenen Reichsgrafen, hat mit dem Unmut seiner Armee zu kämpfen. Es gibt kaum etwas zu essen und der Wein ist fast aus. Alle hoffen auf die Soldgelder, die bald ausgezahlt werden. Doch das Gold wird geraubt und der Geldkurier ermordet. Ausgerechnet Martins Freund Stakke soll der Täter sein.

 

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Der musikalische Einstieg hinterlässt keinen bleibenden Eindruck. Die Geschichte beginnt mit den Verletzten im Heerlager. Kann noch ein Sieg errungen werden? Von Anfang auffällig ist, dass die Frauen in „Der Sohn der Mätresse“ eine besondere Rolle spielen. Sie sind klug bis gerissen, ziehen die Fäden im Hintergrund. Sex wird als manipulatives Mittel eingesetzt. Intrigen, Verrat, List und Täuschung, wer ist Freund, wer Feind? Hauptfigur Martin entspricht dem Prototyp des mutigen, edlen Helden. Er setzt alles daran, den wahren Täter zu finden. Nach und nach macht er die Gegner ausfindig. Wer führt was im Schilde? Hilfreich stehen ihm Frauen wie Jette zur Seite. Martin hat kaum Schwächen. Ihm fehlen Ecken und Kanten. Unterhaltsam ist eine Lauschszene. Ein Duell und der oder andere Kampf sorgen für Spannung. Wie die Geschichte ausgeht, lässt sich bald erahnen. Sprecherin Dana Geissler gelingen die männlichen Akteure nicht so gut. Manchmal ist nicht auf Anhieb klar, wer gerade spricht. Die Charaktere bleiben oberflächlich. Fast laufen die Frauen den Männern den Rang ab. Viele Figuren entsprechen Klischees. Die Geschichte ist zu durchschaubar. Die Bösen sind eher ausgesprochen dumm als gerissen. Das mindert den Unterhaltungswert. Auch ist der Plot nicht sonderlich raffiniert gestrickt. Gefahren lauern, eine Wahrheit schockt den Helden. Die Rolle des Alkohols ist eine originelle Idee. Am Schluss hätte ein Schachzug überzeugt, hätte es ein paar mehr Hindernisse gegeben. An Iny Lorentz‘ Buch- und Filmerfolg „Die Wanderhure“ kann sich „Der Sohn der Mätresse“ nicht messen.

Mit dem Brief und dem Siegel bekommt das Cover einen historischen Touch. Obwohl die Details viel Raum einnehmen, fallen Titel und Autorenname ins Auge. Gut gelungen! „Der Sohn der Mätresse“ hebt sich nicht von anderen historischen Romanen ab, bietet aber kurzweilige Unterhaltung. Die Geschichte dreht sich auch ums Thema „Liebe“ und könnte daher Fans finden.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (3,5)
Handlung: (2,5)
Charaktere:(2,5)
tech. Umsetzung: 
Cover: (4,5)
Emotion:(2,5)
 
19,5 Punkte = Rohdiamant

Cover: © Luebbe

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