Rita Falk: Zwetschgendatschikomplott
Written by Martina Ernst |
 
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„Zwetschgendatschikomplott“ ist Band 6 der Franz Eberhofer-Krimireihe von Rita Falk. Ein Fund wirkt zu skurril, um wahr zu sein. Privatdetektiv Rudi Birtenberger fliegt eine Krähe mit besonderer Fracht aufs Balkongeländer. Woher stammt der Frauenfinger? Rudi ruft seinen Freund Franz an. Der glaubt, sich verhört zu haben. Tatsächlich ist die Sache ernst. Rudi stellt eigene Nachforschungen an und gerät in eine heikle Situation.

Die Geschichte wird auf ungewöhnliche Weise in der Ich-Perspektive aus Sicht von Ermittler Franz Eberhofer erzählt. Rudi und Franz sind ein schräges Gespann. Das fällt nicht nur dem Umfeld, sondern sehr bald auch dem Zuhörer auf. Rudi gerät als Privatdetektiv immer wieder in knifflige Situationen. In dem Mordfall mit Beweismaterial Frauenfinger zeigt er vollen Einsatz. Wo ein Finger ist, muss auch eine Leiche sein. Franz Eberhofer ist zu sehr abgelenkt, um Rudi, den ominösen Finger und dessen ehrgeizige Ermittlungen ernst zu nehmen, bis ihn der Fall einholt. Franz hat die Hochzeit mit Susi verschlafen und kommt mit der Trennung sehr schlecht klar. Er hat es sich angewöhnt, Susi nachts in angetrunkenem Zustand anzurufen. Mit seinem Vorgesetzten Stahlhuber ist auch nicht gut Kirschen essen. Trost in dem ganzen Dilemma bietet Hund Ludwig.

 


Sprecher Christian Tramitz erweist sich als Idealbesetzung für diese Krimireihe. Ihm gelingt der bayerische Akzent sehr unterhaltsam, und er hebt die Marotten jedes Einzelnen hervor. Franz‘ lautstarke Oma ist genauso in ihrem Element wie ein engagierter Baustellenleiter. Bei den urigen Typen und dem Geplänkel zwischen Franz und Rudi werden die Ermittlungen fast zur Nebensache. Im Vordergrund stehen die Befindlichkeiten der Hauptakteure. Trotz 464 Minuten Laufzeit kommt nicht das Gefühl auf, die Geschichte wäre unnötig in die Länge gezogen worden. Ein zweiter Fund löst Spekulationen aus. Worin liegt das Motiv für die grausamen Taten? In diesem Krimi wird alles nicht so ernst genommen. So bleibt der Gruselfaktor trotz schauriger Ermittlungsergebnisse gering. Auf den letzten beiden CDs kommt Franz ermittlungstechnisch mehr in Fahrt. Finten und Tricks machen ihn nur noch sympathischer. Es fällt beinahe nicht auf, dass die Spannung viel zu kurz kommt. Alkohol und Kulinarisches nimmt sehr viel Raum ein. Es geht um Liebe, Freundschaft und Familie. Oma hat viel damit zu tun, Franz den Kopf zu waschen. Rita Falk setzt auf den Unterhaltungswert ihrer Charaktere und der Schachzug geht auf. Wer ist der Täter? Selbst die Frage gerät ins Hintertreffen. Die Auflösung wirkt zwar etwas weit hergeholt, das macht aber gar nichts. Das Ende passt zur Geschichte. Franz steht vor ganz neuen Herausforderungen.

Der Titel macht neugierig. Die Details stimmen auf einen humorvollen Krimi ein. Das Cover schürt keine falschen Erwartungen und passt über ein paar Ecken zum Inhalt. Rita Falk hat ihre Nische im Krimi-Genre gefunden und spricht mit ihrer Franz Eberhofer-Reihe jeden an, der bayrischen Slang und urige Figuren liebt. Gerne hätte die Geschichte noch etwas fesselnder sein können. Im letzten Drittel gibt es mehr Action. Franz und Rudi beweisen, dass sie ein eingespieltes Team sind. A Mordsgaudi, das trifft es sehr gut.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: 
Handlung: (2,5)
Charaktere: 
tech. Umsetzung: (4,5)
Cover:
Emotion: 

23 Punkte = Hörspaß

Cover: © DAV