Sebastian Fitzek: Passagier 23
Written by Martina Ernst |
 
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Sebastians Fitzeks Psychothriller „Die Therapie“ wurde 2007 als bestes Krimidebüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Zahlreiche Bestseller folgten. „Das Kind“ gibt es jetzt sogar als Film. In „Passagier 23“ nimmt ein Rätsel ungeahnte Ausmaße an.

Nach fünf Jahren gibt es einen neuen Hinweis zum rätselhaften Verschwinden seiner Frau und seines Sohnes. Polizeipsychologe Martin Schwartz hat seinen Schmerz mit Himmelfahrtkommandos als verdeckter Ermittler betäubt. Der Anruf einer Thrillerautorin reißt die Wunden wieder auf. Sie will ihn ausgerechnet auf der Sultan of the Seas treffen. Es ist das Kreuzfahrtschiff, auf dem damals die schicksalhaften Ereignisse stattgefunden haben.

 

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Die dramatische, musikalische Einleitung passt zur packenden Geschichte. Martin geht bei seiner Ermittlungsarbeit über die Grenzen hinaus. Ihm ist jedes Mittel recht, Verbrecher zu stellen und dingfest zu machen. Lebensmüde und desillusioniert, dank Simon Jäger ist das sogar der Stimme von Martin Schwartz anzuhören. Die Scheißegalhaltung der Hauptfigur geht nahe. Ein Wunder, dass der Ermittler die letzten Jahre überlebt hat. Der Anruf der alten Dame, die ihm Infos zum Schicksal seiner Frau und seines Sohnes verspricht, lässt alles andere nebensächlich erscheinen. Die Spannung steigt als Martin das Kreuzfahrtschiff betritt. Er hat eigentlich nicht vor, die gemietete Kabine zu benutzen. Es gab für ihn nur die Möglichkeit als Passagier an Bord zu gehen. 12.000 Euro für ein Zwanzig-Minuten-Gespräch? Es lässt sich erahnen, dass Martins Plan, das Schiff schnell wieder zu verlassen, nicht klappt. Das Netz aus Schein, Lügen und Vertuschung wirkt undurchdringlich. Wer führt was im Schilde? In Handlungswechseln wird bald die Komplexität des Thrillers deutlich. An Bord geht Unheimliches vor. Es gibt mehr Rätsel und Geheimnisse als gedacht. Befindet sich der Mörder von Martins Familie auf dem Schiff? Die Gefahr für alle Beteiligten nimmt zu. Wer sind die Täter? Worin liegt das Motiv? Spekulationen werden geschürt, Fragen türmen sich auf. Alles weist auf ein Verbrechensnetzwerk hin. Bis zum Schluss führt Autor Sebastian Fitzek den Leser in die Irre. Zeitweise wirkt die Geschichte sogar in die Länge gezogen. Alles Taktik. Der Paukenschlag folgt. Nicht alles ist nachvollziehbar. Auch andere Auflösungen wären möglich gewesen und hätten sogar mit noch mehr Raffinesse auftrumpfen können. Die Wende am Ende ist jedoch sehr gelungen. Der Ausklang wäre mit weniger Worten und Hinweisen effektvoller gewesen.

Die Bedeutung des Titels „Passagier 23“ wird in der Geschichte deutlich und überrascht. Ein realitätsnaher Bezug? Tatsächlich hinterlässt der Psychothriller zeitweise den Eindruck, dass Manches so möglich wäre. Mit den geheimen Regionen eines Kreuzfahrtschiffs kommen interessante Details zu Tage. „Passagier 23“ bietet über 470 Minuten gute Unterhaltung. Besonders fesselnd sind die ersten Vier CDs.  

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (4,5)
Handlung:
Charaktere:
tech. Umsetzung: (4,5)
Cover: 
Emotion: (4,5)
 
25,5 Punkte = Ohrenschmaus

Cover: © Lübbe

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