Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur
Written by Martina Ernst |
 
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„Ostfriesenschwur“ ist Band 10 der Ann Kathrin Klaasen-Krimireihe von Klaus-Peter Wolf. Das Ermittlerteam bekommt es mit einem unberechenbaren, trickreichen Gegner zu tun.

Ubbo Heide, der pensionierte Chef der ostfriesischen Polizei, erhält in seinem Urlaub auf Wangerooge ein makaberes Päckchen. Wem gehört der abgetrennte Kopf? Ubbos ehemaliges Team um Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen nimmt zusammen mit ihm und dem neuen Chef die Ermittlungen auf. Es bleibt nicht bei einem Opfer.

 

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Autor Klaus-Peter-Wolf spricht seinen Krimi selbst. Anfangs ist das Lesetempo sehr langsam. Bald beweist der Autor sein Sprechertalent. Er hebt den besonderen Ostfriesencharme hervor. Ein abgetrennter Kopf auf dem eigenen Küchentisch, das ist selbst für Ubbo Heides Ehefrau zu viel. Wer gönnt Ubbo seinen Ruhestand nicht? Bewundernswert ist der Rückhalt seines alten Teams. Der neue Chef wird zur Randfigur dirigiert. Wangerooge, Cuxhaven, Norddeich, Langeoog, bei den Handlungsorten greift Autor Klaus-Peter Wolf auf begehrte Reiseziele zurück, die der Geschichte zusätzliche Würze verleihen. Es kommen eine Menge Charaktere ins Spiel. Nicht immer fällt es leicht, den Überblick zu behalten. Eine Spur wirkt völlig absurd. Sehr gelungen sind die Szenen in der Postfiliale. Hauptkommissar Rupert spielt sich gerne auf und vergisst dabei, neugierige Kunden im Zaum zu halten. Rupert ist nicht nur wegen seines Geltungsbedürfnisses unterhaltsam. Er lässt Fettnäpfchen nicht aus. Sprüche und Witze setzt er meistens im falschen Moment ein. Nicht immer interpretiert er die eine oder andere Situation richtig. Die Mordserie bringt nicht nur ihn an seine Grenzen. Der Täter hat ein erschreckend umfangreiches Wissen über Ubbos Gewohnheiten. Gehört er etwa zu Ubbos näherem Umfeld? Es bleibt undurchsichtig. Der Krimi kommt nur langsam in Fahrt. Eine überraschende Tat schockiert. Der Mörder ist ein brutaler Sadist. Ihn zu enttarnen und zu stoppen wird zu einer fast unmöglichen Herausforderung. Er kommt seinen Opfern auf raffinierte Weise sehr nahe.Wer wird der Nächste sein, und wie hängt alles zusammen? Überraschende Wendungen, spannende Szenen. Es geht turbulent zu. Der Showdown erfüllt die Erwartungen. Nur der Ausklang ist etwas abrupt.

Der Titel hat Anziehungskraft. Die Möwen passen zum Inselflair. Das Cover verrät so gut wie nichts. „Ostfriesenschwur“ lebt vom Humor, Klaus-Peter Wolfs eigenem Erzählstil und einem Plot, der im Laufe des Krimis mit Raffinesse überzeugt. Dass Rupert mehr ins Zentrum rückt, macht die Geschichte auch zum Schluss hin unterhaltsamer. Einen Fall ohne Vaterfigur Ubbo ist schwer vorstellbar. Der neue Chef tritt in große Fußstapfen und füllt sie längst noch nicht aus.   

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:  (3,5)
Handlung:
Charaktere: (3,5)
tech. Umsetzung:  (4,5)
Cover:  
Emotion: (3,5)
 
22 Punkte = Hörspaß

Cover: © Jumbo