Lars Kepler: Der Hypnotiseur
Written by Adriane Haussmann |
 
Font size decrease font size increase font size
Rate this item
(0 votes)

Da sich der Junge im Koma befindet und ein Familienmitglied bisher verschont blieb, gehen die Kommissare davon aus, dass die älteste Schwester in Lebensgefahr schwebt und wollen die schützen. Bei der Suche soll der 15-Jährige helfen, ebenso bei der Täterfindung. Aus diesem Grund greift die Polizei zu einem eher seltenen Mittel und schaltet einen Hypnotiseur ein. Dieser soll die benötigen Hinweise entlocken, doch was der Patient unter Hypnose berichtet, ist alles andere als das Erwartete.

Josef erzählt wie er seine Familie ermordete und nach seinem Erwachen droht er dem Hypnotiseur. Als Josef aus dem Krankenhaus fehlt, wird in der selben Nacht der Sohn des Hypnotiseurs entführt. Rächt sich nun der Junge oder steckt etwas ganz anderes dahinter?

„Der Hypnotiseur“ ist das Krimidebüt von Lars Kepler. Allerdings ist Lars Kepler kein Autor, sondern ein Pseudonym hinter dem sich das Ehepaar Ahndroil verbirgt, die sich von der literarischen Welt erholen wollten und mit Joona Linna einen typisch schwedischen Kommissar erschufen.

Der Krimi beginnt direkt zu Beginn sehr blutig und detailverliebt. Zwischendurch könnten Menschen, die mit Blut oder Nadeln ihre Schwierigkeiten haben ein flaues Gefühl im Magen verspüren. Doch die Spannung entschädigt. Denn nachdem das Opfer seine Aussage unter Hypnose gemacht hat, kommt der Fall ins Rollen. Es vermischt sich das Privatleben des Hypnotiseurs mit dem aktuellen Fall als dessen Sohn entführt wird. Zuerst wird Josef verdächtigt, doch schnell wird klar, dass das mögliche Täterumfeld viel größer ist und wir werden in die Erinnerungen des Hypnotiseurs entführt. Dabei lernen wir einige kranke Persönlichkeiten kennen und es bleibt spannend, wer denn nun den kleinen Sohn entführt hat.

Durch den großen Zeitsprung in die Vergangenheit und die beiden Fälle sind eigentlich zwei Geschichten entstanden, die sich irgendwann nur noch gelegentlich vermischen. Schließlich rückt sogar der Entführungsfall vor den Mordfall. Hier wird es dann langsam auch ein wenig verstrickt, denn jeder der Patienten erhält nochmals seine eigene Lebensgeschichte und so hat man plötzlich zig Handlungsfäden, die man erst einmal in die richtige Reihenfolge bringen muss, um Allem folgen zu können.

Bis klar wird, wer hinter der Tat steckt, rätselt man gerne selbst mit. Doch als der Entführer bekannt ist, wird der Schluss ein wenig zu actionlastig und sogar die Polizei wird mit einem dunklen Geheimnis mit in den Fall verstrickt. Hier wollte man möglichst ein spektakuläres Ende haben, das mit einem Happy End an Heiligabend endet. Dabei hätte der Fall auch bereits enden können, wenn der Täter klar ist und man sich auf den Weg macht das Kind zu befreien. Dies hätte dem Krimi trotz eher abruptem Ende keinen Abbruch getan.

Dennoch ist „Der Hypnotiseur“ ein spannender Krimi, der einen über 400 Minuten fesselt und von Wolfram Koch gut vorgetragen wird. Die plötzlich erklingenden Melodien zum Ende jeder CD der insgesamt sechs lassen einen zwar immer wieder zusammenzucken, sorgen aber dadurch auch für einen zusätzlichen Gänsehautfaktor. So oder so ähnlich wünscht man sich Krimis aus dem Norden!

Unsere Bewertung:

Sprecher : 

Story: 

Aufbau: 

Atmosphäre: 

16 Sterne= hervorragend

Cover: © Lübbe

Jetzt bei audible diese Version downloaden

oder die ungekürzte Version (18 1/2h)  mit Simon Jäger

oder

[amazonadd=3785743734]