Jussi Adler-Olsen: Verachtung
Written by Adriane Haussmann |
 
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Und während am Anfang die Ermittlungen noch im Dunklen tappen, beginnen sie langsam auf eine lang verjährte und traurige Lebensgeschichte zu stoßen. Die Geschichte einer jungen Frau, die jung ihre Mutter verlor. Die missbraucht und ausgenutzt wurde und der niemand glaubte als ein Arzt ihre Situation schamlos ausnutzte. Die Frau wird entmündigt und auf einer Insel festgehalten, zwangssterilisiert. Erst Jahre später darf sie in einer Pflegefamilie glücklich werden. Sie kann heiraten und ein zufriedenstellendes Eheleben führen, doch dann trifft sie auf den Mann, der ihr alles zerstörte und er greift erneut in ihr Leben ein. Doch jetzt reicht es der mittlerweile erwachsenen Frau und sie plant einen grausamen Rachefeldzug. Nie wieder wird ihr jemand ihr Leben zerstören! Und 20 Jahre blieb der Plan erfolgreich, doch dann holt sie die Vergangenheit ein. Währenddessen muss auch Carl Mørck merken, dass es manchmal besser ist, die Wahrheit zu vergessen und sein Leben so zu leben wie es für die eigene Seele am besten ist.

 

Jussi Adler-Olsen hat wieder in die Tasten gehauen und den vierten Fall für seinen Ermittler Carl Mørck geschrieben, zwar ist dies schon 2010 geschehen, doch nun erschien das dazugehörige Hörbuch im Audio Verlag. Sein Ermittler muss dieses Mal mit seinem Kollegen Assad in der Willkür der Ärzte ermitteln und stößt dabei auf eine Partei, die dies seit Jahren unterstützt und immer mehr Anhänger findet. Die Liste der Opfer ist unendlich lang, doch es scheint nur ein Opfer habe sich gewehrt.

Ganz in Adler-Olsen-Manier wechselt „Verachtung“ zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Waren die Teile in seinem Debütroman „Das Alphabethaus“ noch ganze Buchteile, sind es mittlerweile nur noch Kapitel, so dass der Wechsel schneller stattfindet. Man schreitet parallel in der Vergangenheit und der Gegenwart voran und trifft schließlich aufeinander und erst dann ergeben alle Puzzleteile zusammen einen Sinn.

 

Abgesehen von einem Schnittfehler, der eine Unterhaltung direkt hintereinander nochmals erklingen lässt, ist der Aufbau gelungen und mit Wolfram Koch ein geeigneter Sprecher gefunden. Wolfram Koch hat mit seiner tiefen und markanten Stimme eine ideale Thrillerstimme und zusätzlich Erfahrung in diesem Genre, die man hört.

Während mich „Das Alphabethaus“ nicht von Beginn an fesseln konnte, gelingt es Jussi Adler-Olsen dieses Mal direkt von Beginn an den Hörer in seinen Bann zu ziehen und Verständnis für den Rachefeldzug aufkommen zu lassen, obwohl dieser alles andere als gesetzeskonform ist. Und so verschwimmt das Bild mehrmals zwischen Täter und Opfer…

 

Unsere Bewertung:

Sprecher :

Story:

Aufbau:

Atmosphäre:

15 Sterne = gut gelungen

 

Cover: © DAV

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