Salla Simukka: So rot wie Blut
Written by Martina Ernst |
 
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„So rot wie Blut“ bildet den Auftakt zur Trilogie um die 17-Jährige Lumikki Andersson. Lumikki bedeutet Schneewittchen. Durch Zufall gerät die Einzelgängerin in ein Netz aus dunklen Machenschaften.

Elisa findet während einer heimlichen Party im Haus ihrer Eltern auf dem Grundstück eine Plastiktüte mit blutigem Geld. Sie weiht ihre Freunde Tuuka und Casper ein. Ausgerechnet in der Dunkelkammer der Schule säubern sie das Geld und hängen es zum Trocknen auf. Lumikki kommt dahinter, versucht herauszufinden, was es damit auf sich hat und wird von Tuuka entlarvt. Eigentlich lautet Lumikkis Motto, sich nicht in fremde Angelegenheiten einzumischen. Sie verspricht, nichts auszuplaudern, solange sie nicht auf den Fall angesprochen wird. Lumikki ahnt nicht, dass es schon zu spät für einen Rückzieher ist. Elisa bekommt Panik, will nicht mehr allein sein. Sie befürchtet, diejenigen die das Geld deponiert haben, sind ihnen auf der Spur.

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Der Märchenanfang lässt erahnen, dass die Geschichte ungewöhnlich erzählt wird. Handlungswechsel, ein Plan schlägt fehl. Natalias Schicksal berührt. Ein weiterer Handlungswechsel, das Trio aus Elisa, Tuuka und Casper muss erst den Geldfund säubern bevor er verteilt werden kann. Der rätselhafte, undurchsichtige bis spannende Start nach der Märchensache ist gelungen. Auch Lumikkis zufällige Verwicklung in das gefährliche Spiel geht auf. Dann nimmt das Tempo schlagartig ab. Die eiskalten Gegner glauben nicht, dass das Geld nicht beim Abnehmer eingetroffen ist. Für wen war das Geld bestimmt? Diese Frage reibt Elisa, Tuuka, Casper und auch Lumikki auf. Warum weiht Elisa ihren Vater, einen Polizisten, nicht in den gefährlichen Fund ein? Lumikki wirkt zu taff, zu mutig und raffiniert. Elisa erfüllt das Klischee der verwöhnten Göre, handelt aber nicht naheliegend. Halunken lassen sich an der Nase herumführen. Das Verhalten aller Charaktere, von den guten bis zu den bösen, wirkt unglaubwürdig. Lumikki befreit sich aus kniffligen Situationen, ohne typische Schwächen zu zeigen, angeblich weil sie aus der Vergangenheit gelernt hat und nie wieder Opfer sein will. Auch Sprecherin Nina Petri kann den Jugendroman nicht mehr retten. Nervig ist der sich wiederholende Hinweis auf Schnee, Blut und Düfte wie Parfüm. Der Märchenbezug wirkt albern. Spannend sind die Verfolgungsjagden, obwohl sich so mancher Ausgang erahnen lässt. Kurz vorm Showdown kommt es zu langatmigen Abschweifungen. Die Geschichte ist nicht raffiniert konstruiert, hat viele Schwächen und nur einen begrenzten Unterhaltungswert. Jeder Schachzug der Autorin erweist sich als zu offensichtlich. Wer ist der Eisbär? Selbst das Rätsel lässt die Story nicht in Fahrt kommen. Sehr schade. Hätte sich die Autorin nicht auf den Märchenbezug konzentriert, sondern das Potential der Geschichte ausgeschöpft und eine große Portion Spannung und Tempo reingebracht, wäre wesentlich mehr Unterhaltungswert und Intensität drin gewesen.

Der Titel klingt wenig kreativ. Das Cover dagegen wirkt durch das schwarz-weiße Gesicht und die Blutstropfen ausdrucksstark. Es zieht die Aufmerksamkeit aufs Hörbuch. Der Name Lumikki ist originell. Fazit: Zu viel Märchen in einer Geschichte, die mit ihrer Realitätsnähe hätte überzeugen können. Bleibt die Hoffnung, dass Folge 2 mehr Hörgenuss für Heranwachsende ab 14 Jahren parat hat. Mehr Infos zur Autorin und der Lumikki-Trilogie gibt es auf www.lumikki-trilogie.de.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: 
Handlung:  (2,5)
Charaktere:  
tech. Umsetzung:
Cover: (4,5)
Emotion: (2,5)
 
19,5 Punkte = Rohdiamant

Cover: © Hörcompany

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