Salla Simukka: So weiss wie Schnee
Written by Martina Ernst |
 
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„So weiß wie Schnee“ ist Band 2 der Lumikki Trilogie. In Prag kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung. Kann Lumikki Andersson das Rätsel um die 20-Jährige Lenka lösen?

Es ist Lumikkis fünfter Tag in Prag. Der Urlaub soll die 18-Jährige dreieinhalb Monate nach ihrem Krankenhausaufenthalt auf andere Gedanken bringen. Lumikki fühlt sich beobachtet. Tatsächlich wird sie von einer jungen Frau angesprochen, die sich als ihre Halbschwester ausgibt. Ihr Vater soll Peter Andersson sein. Ihre Mutter ist, als sie fünfzehn war, bei einem Unfall gestorben. Spricht Lenka die Wahrheit? Hatte Lumikkis Vater wirklich eine kurze, leidenschaftliche Affäre aus der ein Kind hervorgegangen ist? Für Lumikki hört sich die Geschichte zu glatt an. Außerdem benimmt sich Lenka seltsam. Lenkas Ersatzfamilie, die in einem abgelegenen Haus wohnt, erweist sich als abweisend und gewalttätig. Lumikki beschließt das Geheimnis um das Haus, die Familie und Lenka zu lösen.

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„So weiß wie Schnee“ beginnt mit Lumikkis Urlaubsidylle in Prag. Es lässt sich erahnen, dass das Glück nicht lange anhält. Worin wird Lumikki verwickelt? Das Auftauchen der angeblichen Halbschwester ist überraschend. Im Gegensatz zu Band 1 „So rot wie Blut“ wird der Märchenbezug über große Strecken fast völlig außer Acht gelassen. Das tut der Geschichte gut. Der Einstieg ist gelungen, die Neugierde auf des Rätsels Lösung um Lenka geschürt. Ein kurzer Rückblick führt zurück in die Geschehnisse von Band 1. In Handlungswechseln taucht eine Unbekannte auf, deren Plan aufgeht. Was steckt dahinter? Auch der Fernsehjournalist Jiri Hasek, mit der Spürnase für eine brandheiße Story, bringt Spannung in die Geschichte. An welchem explosiven Material ist Jiri dran? Leider nimmt das Tempo wieder ab. Seltsame, religiöse Passagen bremsen die Geschichte aus. „Nur der Tod macht eine Geschichte zur Heldengeschichte.“ Welcher Wahnsinn greift hier um sich? Ein Mann nennt sich Hirte. Erst nach und nach wird deutlich mit was für Gegnern es Lumikki zu tun bekommt. Sie verhält sich in Krisensituationen überlegt, mutig und trickreich. Es fällt schwer, einer 18-Jährigen diese fast übermenschlichen Reaktionen abzunehmen. Es kommt wieder zu langatmigen Abschweifungen, die sich schwer in den Plot einfügen, z.B. als sich Lumikki wegen eines Traumes an ihre große Liebe Flamme zurückerinnert. Überraschend ist Flammes Problem. Sein Grund für die Trennung ist nicht nur für Lumikki schwer nachzuvollziehen. Autorin Salla Simukka verliert sich zu oft in Einzelheiten, die die Geschichte nicht voranbringen. Auch werden immer wieder Klischees erfüllt, z.B. wenn es um die weiße Familie geht, den ehrgeizigen Fernsehjournalisten oder einen Profikiller. Es fehlt an neuen, originellen Ideen, an ansteigendem Tempo und durchgehender Spannung. Warum tappt Lumikki in eine offensichtliche Falle? Schließlich war sie vorher schon einer lebensbedrohlichen Situation ausgesetzt. Auch ihre besondere Kombinationsgabe wegen einer zufälligen Begegnung in einem Café ist kaum nachvollziehbar. Trotz Gefahr findet an einem unwirtlichen Ort eine lange Diskussion statt. Wie in Band 1 nehmen die Schwächen Überhand.

Das Cover mit dem zerbrochenen Spiegel, den Flammen und Blutstropfen lässt auf eine spannende Geschichte hoffen. Die Erwartung wird nur in wenigen kurzen, actionreichen Szenen erfüllt. Sprecherin Nina Petri versucht, Intensität in die Geschichte zu bringen. Am Ende hakt es am Plot und den zu überzeichneten Charakteren. 

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: 
Handlung:  (2,5)
Charaktere:  (2,5)
tech. Umsetzung:
Cover: (4,5)
Emotion: (2,5)
 
20 Punkte = Rohdiamant

Cover: © Hörcompany

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