Eva Völler: Zeugenkussprogramm
Written by Martina Ernst |
 
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„Zeugenkussprogramm“ von Autorin Eva Völler bildet den Auftakt zur Kiss & Crime-Reihe. Ein bewaffneter Überfall ändert das Leben der 17-Jährigen Emiliy, ihrer Mutter und Oma. Die unberechenbaren Feinde sind ihnen dicht auf den Fersen.

Ein Lederjacken-Typ, der immer in der Nähe von Mutters Lebensgefährte Jonas auftaucht, benimmt sich verdächtig. Was geht hier vor? Emily kann den Mann im Auto nur kurz zur Rede stellen. Nach einer Party entdeckt Emily einen Fremden im Carport. Sie wählt den Notruf. Ihre Mutter und Jonas kommen nach Hause und werden von zwei Männern bedroht. Die Polizei kann den Überfall nicht mehr verhindern. In welche Sache ist Jonas verstrickt?

 

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Das Rätselhafte und der Überfall sorgen für Spannung. Emilys Oma, die sich gerne Herumkutschieren lässt und dabei schnulzige Romane in ein Diktiergerät einspricht, ist für eine Prise Humor zuständig. Wie der Titel leicht erkennen lässt, handelt es sich bei „Zeugenkussprogramm“ um eine Liebesgeschichte. Emily verliebt sich in ihren wenige Jahre älteren Personenschützer Pascal. Im Beschatten erweist sich Pascal als Anfänger. Nicht gerade nachvollziehbar. Die Story kommt über ein leichtes Unterhaltungsniveau nicht hinaus. Warum lassen sich die Verbrecher nur schwer aufspüren und dingfest machen? Es gibt mehr als eine Panne. Emily gerät von einem gefährlichen Chaos zum nächsten. Sie wird getäuscht und ausgetrickst. Der Notruf erscheint erst übereifrig, erweist sich dann aber als rettende Maßnahme. Die Geheimniskrämerei der Personenschützer nervt nicht nur Emily. Die Opferanwältin hinterlässt einen seltsamen Eindruck. Originell ist die Idee mit den Totenkopfabziehbildern. „Zeugenkussprogramm“ behandelt das aktuelle Thema „Computerbetrug“ eher am Rande. Ein Highlight ist Nerd Tommy mit seinen speziellen Fähigkeiten. Er wird nach Emilys Umzug zu einem guten Freund. Personenschützer Pascal entspricht mit seinem durchtrainierten Körper, dem männlichen Auftreten und seiner unwiderstehlichen Art einem bekannten Klischee. Außer Tommy und Emiliys Oma fehlt es den Charakteren an Persönlichkeit. Emily bleibt ein Spielball der Geschehnisse. Die Stimme von Sprecherin Merete Brettschneider passt gut zu Emily und zur Atmosphäre der Geschichte. Nicht sonderlich überzeugend sind die Krimielemente. Vieles wirkt konstruiert. Die Bedrohung ist nur zu Anfang und zum Ende der Geschichte annähernd effektvoll. Zum Schluss soll eine Auflösung den Zuhörer verblüffen. Eine Überraschung gibt es wirklich. Der Showdown ist zweitweise durch einen besonderen Einsatz spannend. Um eine durchweg packende Story handelt es sich bei „Zeugenkussprogramm“ trotzdem nicht.

Titel und Cover sind so gestaltet, dass sie zur kitschigen Geschichte passen. Der rote Hintergrund, das auffällige weiße Herz, das Pärchen in Schattenoptik. Bei der Kiss & Crime-Reihe wird „Kiss“ großgeschrieben. „Zeugenkussprogramm“ ist für Teenager ab 14 Jahre gedacht. In dem Alter ist der Anspruch normalerweise schon höher. Es gibt wesentlich fesselndere, unterhaltsame Geschichten als Kiss & Crime Band 1. Für einen vergnüglichen Nachmittag reicht es allemal.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (3,5)
Handlung: (2,5)
Charaktere: (2,5)
tech. Umsetzung: (3,5)
Cover:
Emotion: (2,5)
 
18,5 Punkte = Rohdiamant

Cover: © lübbe

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