Mel Wallis de Vries: Da waren's nur noch zwei
Written by Martina Ernst |
 
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Nach „Eiskalte Küsse“, „Tödliche Freundschaft“ und „Fremde Nähe“ ist „Da waren’s nur noch zwei“ das neueste Werk der Autorin Mel Wallis de Vries. Vier Freundinnen verbringen ihre Weihnachtsferien in einem abgelegenen Ferienhaus. Die Idylle trügt.

Abby ist die Einzige der vier Freundinnen, die einen Führerschein hat. 4 Nächte sind im Ferienhaus ihrer Eltern eingeplant. Bald schlägt das Wetter um. Der Schnee türmt sich hoch, und es kommt noch ein Sturm dazu. Zwischen Kim, Feline, Pippa und Abby kommt es zu Zankereien. Pippa lädt ohne zu fragen, drei fremde Typen, die sie zufällig kennengelernt hat, zu einer Cocktailparty ins Ferienhaus ein. Am nächsten Tag ist eines der Mädchen verschwunden. Was ist geschehen?

 

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Im Prolog ist die Lage rätselhaft. „Ich weiß nicht einmal mehr wer ich bin.“ Es gibt ein Opfer. Jemand will ihr zu Hilfe eilen. Die Bedrohung nimmt zu. Ein bisschen ziehen sich die Beschreibungen hin, aber der Einstieg ist gelungen. Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive erzählt. Anfangs aus der Sicht von Kim. Schon kurz nach der Ankunft im Ferienhaus wird klar, dass die Freundschaft zwischen den vier Mädchen nicht besonders eng sein kann. Kim ist eifersüchtig auf Pippa. Kims beste Freundin Abby und Pippa teilen sich ein Zimmer. Seit Pippa neu in die Schulklasse gekommen ist und neben Abby sitzen darf, ist alles anders. Nicht nur Kim hat Probleme mit Pippa. Auch Feline kann die schnippische und egoistische Pippa nicht leiden. Im Laufe der Geschichte wird der miese Charakter von Pippa immer deutlicher. „Jungs und Sex“ sind ihre Lieblingsthemen. Drei neue Bekanntschaften kommen ihr da gerade recht. Alkohol und Leichtsinn werden zu einer explosiven Mischung. „Da waren’s nur noch zwei“ nimmt nicht richtig Fahrt auf. Das liegt an dem viel zu langsamen Tempo und verzögerten Handeln der Mädchen. Eine verschwundene Freundin bereitet erst spät und nur einer Sorge. Egal, was passiert. Niemand zählt eins und eins zusammen. Für alles wird eine beruhigende Erklärung gesucht. Auch die Eskalationen sorgen nicht für Spannung. Pippa nervt mit ihrer Gehässigkeit mit der Zeit total. Einzig die Frage, wer hinter den seltsamen Ereignissen steckt und welches Motiv vorliegt, hält bei der Stange. Ein gutes Stilmittel ist die wechselnde Ich-Perspektive. Kim, Feline, Abby und Pippa erzählen nacheinander das Geschehen aus ihrer Sicht. Von den vier Sprecherinnen Annina Braunmiller-Jest, Merete Brettschneider, Maximiliane Häcke und Nana Spier sticht Annina Braunmiller-Jest als Pippa hervor. Bei Pippa fällt zum Ende die Fassade der Coolness. Kurz vor der Auflösung wird es wirklich mal für ein paar kurze Momente richtig unheimlich. Die Begeisterung hält nicht lange an. Täter und Motiv sind weit hergeholt und können nur mit einem resignierten Kopfschütteln quittiert werden. Weder Handlung noch Charaktere überzeugen. Vieles ist zu langatmig erzählt. Die Geduld des Zuhörers wird nicht belohnt.

Der Titel spielt auf ein Lied an. Mit einfachen Mitteln, wie der Strichfigur am Galgen und dem schwarzen Hintergrund, wird eine spannende Geschichte angedeutet. „Da waren’s nur noch zwei“ enttäuscht. Das Hörbuch kann weder die Erwartungen erfüllen, noch hat es einen besonderen Unterhaltungswert. Die Altersempfehlung liegt bei ab 14 Jahren. Die Charaktere Kim, Feline, Abby und Pippa sind, mit etwas Nachsicht, aus dem Leben gegriffen. Sich mit Kim oder Feline zu identifizieren, fällt leicht. Das Positive muss zumindest erwähnt werden.  

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung:
Charaktere: (2,5)
tech. Umsetzung: (3,5)
Cover: (2,5)
Emotion: (2,5)
 
16 Punkte = Durchschnitt

Cover: © Lübbe

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