Mirjam Mous: Boy 7
Written by Adriane Haussmann |
 
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Ein Junge wacht auf einer Graslandschaft auf. Mit sich hat er einen Rucksack mit ein paar Kleinigkeiten, doch ansonsten nichts. Der Junge kann sich an Nichts erinnern. Wie kam er hier her? Und vor allem, wer ist er selbst? Glücklich nimmt er das Angebot von Lara an, die ihn dort einsammelt und mit zu ihrer Tante nimmt. Unter dem Namen Boy Seven macht sich der Junge auf die Suche nach seinem eigenen Ich. Dabei findet er bald heraus, dass er, wie bei einer Schnitzeljagd, nur einzelnen Hinweisen folgen muss. Doch auf was der Junge dabei stößt, kann er erst selbst nicht glauben. Und Lara scheint auch nicht so unbeteiligt zu sein wie sie vorgibt. Hat sie ihn etwa nicht aus Zufall auf der Graslandschaft gefunden? Warum hat er sich auf seiner Mailbox die Nachricht hinterlassen ja nicht die Polizei zu kontaktieren? Wem kann Boy Seven trauen?

 

Mit „Boy 7“ hat Mirjam Mous eine Buchvorlage verfasst, die von Beginn an spannend ist. Das Hörbuch, das in der Hörcompany erschien, ist in vier Teile geteilt. Julian Greis schlüpft von Anfang an in die Rolle von Seven und wir als Hörer erleben die Geschichte ausschließlich aus der Sicht des Protagonisten. Das ist auch der Hauptgrund, warum das Hörbuch wirklich spannend ist. Denn wir wissen genauso viel wie Seven, nämlich nichts. Gemeinsam machen wir uns mit ihm auf die Suche nach seinem Gedächtnis.

Im ersten Teil erleben wir die Suche. In Teil zwei kommt jedoch endlich Licht ins Dunkle. Aber wie dies von statten gehen wird, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Die beiden letzten Teile bilden gemeinsam den großen Showdown. Gut gelungen ist auch das Ende, denn hier dreht die Autorin noch einmal ordentlich an den Auswirkungen und lässt einen Täter mit einer einzigen Sekunde zum Opfer werden. Und wieder bleibt die Frage zurück: „Woher wissen wir, dass es unsere Gedanken sind, die in unserem Kopf sind?“

 

Julian Greis macht seine Arbeit als Leser gut. Ich persönlich finde er passt zu Seven und klingt noch richtig lausbubenhaft. Allerdings wird es im Teil zwei ein wenig schwer die beiden auftauchenden Ebenen voneinander zu unterscheiden, aber das magauch an der Gegebenheit des Aufbaus liegen.

Obwohl die Geschichte viel Spielraum für Sci-Fi Szenarien lässt, hat die Autorin, sehr zu meinem Gefallen, dies unterlassen. Sie hat lediglich eine Idee aus der aktuellen Hirnforschung aufgefasst und diese verarbeitet, aber den Fokus auf dem gesellschaftlichen Teil gelassen und mit ihrer Art und Weise das Thema von Fremdeinwirkungen auf das eigene Denkvermögen zu verarbeiten einen spannenden Jugendthriller geschaffen.

Ein wenig mehr als 5 Stunden können wir Seven auf seiner Suche begleiten und man ist am Ende fast ein wenig traurig, dass das Hörbuch nur vier CDs umfasst. Kurz gefasst ist „Boy 7“ ein empfehlenswertes Hörbuch, das unterhält, fesselt, aber auch zum Nachdenken anregt. Für das Genre der Jugendliteratur mehr als gut gelungen.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher : 

Story:

Aufbau:

Atmosphäre: 

17 Sterne= hervorragend

Cover: © Hörcompany

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