Heiko Wolz: Die Rache der Superhelden
Written by Martina Ernst |
 
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„Erfolgreich die Welt retten ohne Superkräfte.“ Leon ist verzweifelt. Alle Superhelden von Mega City sind auf dem Normalitätstrip gelandet und weigern sich strikt, ihre Superkräfte zu benutzen. Selbst ihre Spürnasen für Gefahr funktionieren nicht mehr richtig. Sonst hätten sie blitzartig gemerkt, dass Superschurke Dr. Schröder nur reuig tut und längst etwas Bösartiges plant.

Ein Brötchenbrand öffnet Leon, dem Einzigen ohne Superkräfte in der Familie, die Augen. Seine Eltern machen auf Normalo. Für Ice-Madame wäre das Brötchenfeuer überhaupt kein Problem und auch Papa Superheld könnte das kleine Inferno in Sekundenschnelle löschen. Nichts passiert. Nur Leons große Schwester Laura lässt sich erweichen, die Gefahr zu bannen. Dann wird auch noch Superschurke Dr. Schröder wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlassen und zieht ins Haus nebenan ein. Nur Leon ahnt, dass der Verbrecher etwas im Schilde führt, aber niemand glaubt ihm.

 

Den Wow-Effekt vom ersten Teil „Allein unter Superhelden“ zu halten, hat „Die Rache der Superhelden“ leider nicht ganz geschafft. Sehr gelungen sind wieder einmal die Soundeffekte und Geräusche. Sie unterstreichen humorvolle und actionreiche Szenen und sorgen für Atmosphäre. Sprecher Patrick Mölleken reißt aus der Geschichte heraus, was möglich ist. Marvin mit der Knödelstimme und der irre, fiese Dr. Schröder sind herrlich überzeichnet dargestellt. Leons Verzweiflung ist hautnah zu spüren. Seine überzeugungs- und Rettungsversuche scheitern kläglich.

Autor Heiko Wolz hätte nicht nur auf einen verrückten Superschurken setzen sollen. Es fehlt das Feuerwerk an Ideen. Dass er es besser kann, hat er in „Allein unter Superhelden“ bewiesen. Die schrägen Charaktere bieten sehr viel Potential. Der Bösewicht darf ruhig ausgebuffter sein. Auch fehlt der Überraschungsmoment. Den Ekelfaktor hat Marvin mit seiner dicken Zunge erhöht. Bei so manchem sehr treffenden Geräusch möchte man sich am liebsten die Ohren zu halten. Witzig ist Lauras neues Hobby, der Superblick für Jungs. Auch Superboy mit seinem gestelzten Gerede ist gut gelungen. Sehr gerne noch mehr von diesen lustigen Details. Abgedrehte Charaktere kann die Superheldenreihe gar nicht genug haben. Mit der Gefahr des Meteoriten erinnert „Die Rache der Superhelden“ an alte Superman-Geschichten. Leon und die Superhelden können bestimmt noch ganz andere Herausforderungen überstehen. So langsam tastet sich Leon an die Liebe heran. Ob er seine Pechsträhne wohl in der nächsten Geschichte verringern kann? Trotz der kleinen Mankos wird das nächste Abenteuerspektakel sehnlichst erwartet.

 

Auf dem Cover trägt Leon noch einen Teil seiner Rüstung. Er guckt etwas überdreht aus der Wäsche. Über ihm fliegen seine Eltern hinweg. Den gefährlichen Meteorit scheinen sie gar nicht zu bemerken. Leon hat es mit seiner Familie nicht gerade leicht. Dieses Mal lassen sie sich einfach „einen Pups ins Gehirn pflanzen“ und vergessen ganz, wie schön es ist, Superheldentaten zu vollbringen und sich für die Zeitung in Pose zu werfen. „Die Rache der Superhelden“ ist für Kinder ab 8 Jahren gedacht und ein Hörspaß für die ganze Familie. Wer einmal mit der Superheldenreihe angefangen hat, kann nicht mehr aufhören. Das ist besonders Patrick Mölleken zu verdanken. Die schrägen Figuren bekommen durch ihn den letzten Schliff.   

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung:
Charaktere: (3,5)
tech. Umsetzung:  (4,5)
Cover:
Emotion: 
 
22 Punkte = Hörspaß

Cover: © DAV

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