Max und Moritz und andere Lieblingswerke von Wilhelm Busch
Written by Martina Ernst |
 
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Die Lausbuben Max und Moritz kennt auch heute noch jedes Kind. Ihre Streiche sind unvergessen. Witwe Bolte, Schneider Böck, Lehrer Lempel und Co wecken sofort Bilder im Kopf. Götz Alsmann und Otto Sander lesen „Max und Moritz und andere Lieblingswerke von Wilhelm Busch“.

Von 1859 bis 1871 war Wilhelm Busch freier Mitarbeiter bei den satirischen Zeitungen „Münchener Bilderbogen“ und "Fliegende Blätter“. Mit dem Kinderbuch „Bilderpossen“ erreichte Wilhelm Busch 1864 seine erste selbständige Veröffentlichung. Seine Bildergeschichte „Max und Moritz“, die erstmals 1865 erschien, machte den Humorist, Zeichner, Maler und Dichter weltberühmt. Die Lausbubengeschichte wurde in mehr als 200 Sprachen und Dialekte übersetzt. Max weist Ähnlichkeiten mit Wilhelm Buschs bestem Freund Erich Bachmann auf. Die typische Haartolle von Moritz lässt sich als Haarwirbel auf einem Selbstporträt Wilhelm Buschs wieder finden.

 

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Das Hörbuch beginnt mit „Wilhelm Busch – mein Lebenslauf“ und einem Brief an den Verleger Kaspar Braun, in dem er am 5.2.1865 seine Geschichte von Max und Moritz anbietet. Dann folgt die Lausbubengeschichte in 7 Streichen. Götz Alsmann und Otto Sander lösen sich beim Vortragen ab. Die beiden so unterschiedlichen Stimmen erzeugen eine unvergleichliche Atmosphäre. Auf der einen Seite der markante Vollprofi Sander, der sehr viel Wert auf Betonung legt, auf der anderen Götz Alsmann mit Hummeln im Hintern, dem das Tempo ab und zu davon läuft. Wilhelm Busch hätte sich an diesem einzigartigen Schauspiel vortrefflich erfreut. Die Kombination Sander und Alsmann ist gewagt und überzeugt. Für das Hörbuch haben beide ihre Lieblingstexte von Wilhelm Busch zusammen getragen. Chronologisch von 1865 bis 1907 erhält der Zuhörer einen kleinen Einblick in Wilhelm Buschs umfassendes Werk. Dazu zählen Auszüge aus Geschichten und Gedichten wie „Maler Klecksel“, „Balduin Bählamm“, „Lieder eines Lumpen“, „Der Lohn einer guten Tat“, „Schreckliche Folgen eines Bleistifts“ und mehr. Die musikalischen Übergänge übernimmt Götz Alsmann mit seiner Ukulele. Eine kleine Ruhepause im Vortragssturm. Wilhelm Busch nimmt die Moral, sittliche Entrüstung auf die Schippe, tischt Narren aller Couleur auf, nimmt sich der Liebe an, packt die Eitelkeiten am Schlafittchen, enttarnt die kleinen und großen Lügen des Lebens und lässt die Schadenfreude in verschiedenen Gewändern ansehnlich posieren. Seine Werke sind eine meisterliche Karikatur der damaligen Gesellschaft. Ähnlichkeiten mit Charakteren aus der heutigen Zeit nicht ausgeschlossen. In „Fink und Frosch“ berlinert Otto Sander als Frosch herrlich unterhaltsam. Beim Lump kommt Götz Alsmann richtig in Fahrt.

Auf dem Cover ist der charismatische Wilhelm Busch zu sehen. Sein Name in Dunkelrot tritt deutlich hervor. Auch die Betonung auf die Erzähler Götz Alsmann und Otto Sander und die Lausbubengeschichte „Max und Moritz“ ist sehr gelungen. Damit hat das Hörbuch gleich vier Kaufargumente. Ein fünftes ist Wilhelm Buschs Text „Von mir über mich“ im Booklet. 1893 entstanden basiert er auf Wilhelm Buschs autobiographischer Skizze „Was mich betrifft“ von 1886. Eine persönliche Note, die dieses Hörbuch noch wertvoller macht. Auf der Rückseite des Booklets ist das Selbstporträt von Wilhelm Busch von 1894 abgebildet. Für Wilhelm Busch-Kenner und Neulinge ist „Max und Moritz und andere Lieblingswerke von Wilhelm Busch“ ein satirisches Hörvergnügen der besonderen Art. Mehr zu Wilhelm Busch gibt es auf www.wilhelm-busch-museum.de.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (4,5)
Handlung: 
Charaktere:
tech. Umsetzung:
Cover:
Emotion: (3,5)
 
26 Punkte = Ohrenschmaus

Cover: © tacheles!

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