Tagebuch einer Killerkatze
Written by Martina Ernst |
 
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Anne Fines Roman „Mrs. Doubtfire“ wurde 1993 unter dem Titel „Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen“ mit Robin Williams in der Hauptrolle verfilmt. In „Tagebuch einer Killerkatze“ wird Katze Kuschel gleich mehrerer Taten verdächtigt.

Wie alle Katzen schleppt auch Kuschel gerne Geschenke für ihre Menschenfamilie an. Das gefiederte Flatterbällchen hat Kuschel nur etwas geknufft. Was kann sie dafür, dass der Vogel solche Spielchen nicht sonderlich gut vertragen kann. Vielleicht wäre es besser gewesen, das Federtier nicht ins Haus zu bringen und auf dem Teppich abzulegen. Mit dem Riesentheater hat selbst Kuschel nicht gerechnet. „Ach Kuschel, wie konntest du das tun.“ Elli hält der Katze mal wieder eine Predigt. Kuschel darf nicht an der Beerdigung des kleinen Vogels teilnehmen. Leider wird die Sache mit dem Flatterbällchen nicht das einzige Desaster dieser Woche sein.

 

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„Tagebuch einer Killerkatze“ beginnt mit schwungvoller, ironisch angehauchter Musik und passendem Miauen. „Ich bin nun mal eine Katze.“ Kuschel erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und nimmt nur ungern eine Verteidigungshaltung ein. Für sie ist ihr Verhalten ganz normal und die ganze Aufregung überflüssig. „Ich weiß nicht mal, was dem armen Ding zugestoßen ist.“ Bei der angeschleppten Maus fühlt sie sich unschuldig. Das Gemecker ihrer Menschenfamilie geht Kuschel auf den Geist. Elli bricht jedes Mal bei den Geschenkvorfällen in Tränen aus. Eine kleine Beerdigung jagt die nächste. Elli und Co wissen Kuschels Bemühungen gar nicht zu würdigen. Fast eine Stunde hat sie gebraucht, um den dicken Hasen Hoppel durch die Katzenklappe zu kriegen. So makaber das Ganze ist, Kuschels Kommentare und Erläuterungen sorgen für einen Lacher nach dem anderen. Mechthild Großmann spricht Kuschel auf männlich-dunkle, markante Art und unterstreicht damit den Humor der Geschichte. Bei allen anderen Charakteren, z.B. der Katzengang, beweist sie ebenso ihre Wandelbarkeit und Situationskomik. Kuschels Tagebuch wird zum Theaterstück mit Pointe. Die Episode mit Nachbarshase Hoppel bringt die Katzengeschichte auf die Spitze. Die Überraschung lässt sich kaum erahnen. Der Einsatz der Musik am Anfang, bei den Kapitel-Übergängen und am Ende ist sehr gelungen. Ironisches und der Witz werden von der Musik untermalt. Durch die Musikpausen werden die einzelnen Szenen intensiviert. Menschen und Katze sind oft unterschiedlicher Meinung. Kuschels Familie interpretiert so Einiges falsch. Was soll Kuschel machen? Sie kann nun mal nicht reden. Kuschel ist eine Hauskatze wie aus dem Leben gegriffen. Eigensinnig, stur, abenteuerlustig und nicht aufzuhalten. Es macht Spaß, ihren Erlebnissen zu zuhören. Kuschels Besuch bei der Tierärztin ist nur einer der vielen Highlights. Autorin Anne Fine beweist auch bei der Namenswahl für ihre Hauptfigur Humor. „Kuschel“ steht im krassen Kontrast zur „Killerkatze“.  

Kuschel ist sich keiner Schuld bewusst. Katzen jagen Mäuse. Das weiß doch jeder. Die Illustration „Katze mit Maus im Maul“ setzt den Titel perfekt um. Zu unauffällig sind die Farben. Der Humor der Geschichte lässt sich nur durch den Titel erahnen. „Tagebuch einer Killerkatze“ ist für Kinder ab 6 Jahren gedacht. Das Entsetzen, wenn eine Katze mit einem toten Tier auftaucht, ist sicherlich vielen Katzenbesitzern bekannt. „Tagebuch einer Killerkatze“ nimmt sich dem Alltagsthema mit viel Witz und Ironie an. Kuschel demonstriert, was Katzen von der Aufregung und so mancher Predigt halten. Ein Hörspaß für die ganze Familie.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung:
Charaktere:
tech. Umsetzung: 
Cover:  
Emotion: (3,5)
 
26,5 Punkte = Ohrenschmaus

Cover: © Oetinger

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