Thomas Mann: Der Tod in Venedig
Written by Adriane Haussmann |
 
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Wer schon mehrere Hörspiele angehört hat und diese Art der inszenierten Erzählung zu schätzen weiß, wird von "Der Tod in Venedig" eventuell etwas enttäuscht sein.

Es gibt zwar eine Vielzahl von unterschiedlichen und bekannten Sprechern wie Ulrich Noethen und Rüdiger Vogler in diesem Hörspiel, jedoch gibt es nur sehr wenige Dialoge. Zudem sind die männlichen Sprecher sich stimmlich sehr ähnlich, was die Unterscheidung teilweise schwierig macht.

Die 150-minütige Geschichte ist nach kurzer Eingewöhnungsphase unterhaltsam. Sie erzählt von einem Schriftsteller namens Gustav von Aschenbach, der zur Erholung nach Venedig reist und dort auf einen Jüngling stoßt, der ihn in einen Bann zieht. Doch dadurch unterschätzt der reife Mann eine Gefahr, der er auch am Ende zum Opfer fällt.

 

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Wer auf Action steht oder plötzliche Überraschungen erwartet, wird hier enttäuscht. Die Geschichte geht in gewohnter Thomas Mann Art ihren Weg; geradlinig und ohne auf große Nebenhandlungen einzugehen. Dennoch ist sie anspruchsvoll und daher auch eher für Erwachsene geeignet. Auch die häufigen Wechsel der Erzählperspektive und die Sprache, die Thomas Mann verwendet, steigert das Niveau dieses Hörspiels. Hat man sich aber durch die ersten 20 Minuten gehört, die die Grundlage für die Geschichte legen, steckt man mitten in der Erzählung und kann deutsche Literatur genießen.

Als Fazit kann man sagen, für Personen die solche Geschichten und auch die „alte“ Sprache mögen, ist diese Umsetzung, die am 17. Juli im Hörverlag erschien und vom Hessischen und Norddeutschen Rundfunk produziert wurde, mit Sicherheit sehr ansprechend. Für ein jüngeres Publikum dürfte die gesamte Geschichte zu wenige Highlights haben, was das Interesse in dieser Zielgruppe wohl deutlich schmälern dürfte.

 

Cover: © Der Hörverlag

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