Dreamland Grusel (18) – Die Macht des Mondes
Written by Daniel Fröhlich |
 
Font size decrease font size increase font size
Rate this item
(0 votes)

Auch ohne, dass man einen Blick in den Klappentext wirft, impliziert der Titel ganz klar die Grundthematik: Werwölfe stehen im Fokus der ersten Dreamland Grusel Folge, die ich für audio-kritiken.de rezensieren darf. Ich hoffe nicht nur auf einen mächtigen Mond, sondern auch ein mächtiges Hörspiel.

„Gewöhnliche“ Werwölfe, die sich bei Vollmond in reißende Bestien verwandeln, werden den meisten ein Begriff sein, gebürtige Werwölfe, die nur bei Vollmond menschliche Gestalt annehmen dagegen wohl eher weniger. Liam McNeal ist ein solcher und obendrein ist er in die hübsche Kellnerin Amelie Beauregard verliebt und plant sich ihr in seiner menschlichen Gestalt zu offenbaren. Er ist allerdings nicht das einzige übernatürliche Wesen, das Amelie nachstellt. Die junge Frau befindet sich auf der Flucht vor einem gefährlichen Dämon, der die Stadt durch fortwährende Frauenmorde in Angst und Schrecken versetzt. Als Amelie entführt wird, kommt Liam der Vollmond sehr ungelegen, durch die Verwandlung seiner übermenschlichen Kräfte nahezu beraubt, muss er sich dem Dämon stellen, um seine Angebetete zu retten.

Audible.de

Mein erster Eindruck bei dieser Geschichte war, dass man irgendwie versucht ein wenig auf der Twilight-Schiene zu fahren indem man ein leicht naiv-romantisches Szenario erschafft. Die Geschichte hat gute Ansätze, krankt aber etwas an mangelndem Tempo, was auf teilweise unnötige Dialoge und Monologe zurückzuführen ist. Vor allem Liams eigene Gedankengänge zogen sich für meinen Geschmack manchmal wie Gummi. Das Finale ist dann wahrlich das Highlight, lässt aber eben zu lange auf sich warten. Atmosphärisch gesehen ist das Hörspiel sehr gut und die Klang- und Geräuschkulisse durchweg passend. Der Sprechercast ist dagegen sehr unausgewogen, neben Profis wie Martin Kessler, Christian Stark, Christian Rode und Dietmar Wunder hört man viele Laien, die nicht zu überzeugen wissen. Vor allem Evelyn Boyd, die auch die Geschichte geschrieben hat, wirkte auf mich sehr hölzern.

Alles in allem würde ich sagen, dass „Die Macht des Mondes“ kein schlechtes, aber ein sehr durchschnittliches Hörspiel ist. Ein solider wenn auch nicht überwältigender Handlungsplot wird leider zu sehr in die Länge gezogen und gelungene Aspekte, wie die gute Klangkulisse und gute Sprecher, werden durch teilweise ernüchternde Leistungen der Laiensprecher wieder aufgehoben. Es bleibt deutlich Luft nach oben.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung:
Charaktere:
tech. Umsetzung: 
Cover:
Emotion:
 
19 Punkte = Rohdiamant

Cover: © dreamland