Cornelia Funke: Tintenherz
Written by Martina Ernst |
 
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Für „Tintenherz“ hat Cornelia Funke den Literaturpreis der Jury der jungen Leser und den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar erhalten. Als Hörspiel verzaubert die Geschichte um Zauberzunge Mo und seine Tochter Meggie Groß wie Klein. Buchbinder Mo hat Meggie sein besonderes Talent verschwiegen. Als Staubfänger auftaucht, muss Mo sein Geheimnis offenbaren. Capricorn und seine Bande sind hinter dem Buch „Tintenherz“ her. Sie schrecken vor nichts zurück. Bald sind Mo, Meggie und Tante Elinor in Gefahr. Capricorn will unbedingt seinen Freund, den Schatten, zum Leben erwecken. Zauberzunge soll ihm dabei helfen.

Der actionreiche Einstieg in die Geschichte ist sehr gelungen. Obwohl die Story für die Hörspielinterpretation komprimiert wurde, kommt eine ausdrucksstarke Atmosphäre zustande. Das liegt an der grandiosen Hörspielbesetzung. Allen voran überzeugt Peter Kaempfe als der boshafte, verschlagene Capricorn. Ihm ist die Figur teuflisch gut gelungen. Leonie Landa fühlt sich perfekt in die mutige, blitzgescheite Meggie ein. Barbara Nüsse ist die Idealbesetzung für Capricorns Mutter, die hexenhafte, hinterhältige Mortola. Gerlinde Dillge betont die nervigen Eigenschaften von Tante Elinor und Basta klingt dank Lars Rudolph gleichermaßen dumm wie gefährlich. Die Musik passt sich abenteuerlichen und dramatischen Szenen perfekt an. Die Spannung bleibt von Anfang bis Ende erhalten. Selbst Mos und Meggies Liebe für Bücher kommt rüber. Einzig die Rolle von Gwin wird etwas vernachlässigt.

 

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Staubfänger hegt eine innige Freundschaft zu dem Marder. Im Gegensatz zum Hörspiel ist das im Buch besser zu spüren. Die Stimme und Geräusche eines Marders zu imitieren, erweist sich als schwierig. Zumal Gwin kein normaler Marder ist. Auch Staubfängers Sehnsucht nach Zuhause nimmt im Buch mehr Platz ein. Das sind aber nur kleine Mankos. "Tintenherz" als Hörspiel ist ein atemberaubendes Abenteuer, dem man sich nicht entziehen kann. Es spricht die ganze Familie an. Die Zuhörer können die Geschichte noch einmal völlig neu, auf eine einzigartig magische Weise erleben. Was steckt hinter Staubfängers plötzlichem Auftauchen? Was ist mit Meggies Mutter passiert? Erst nach und nach werden die Rätsel gelöst. Wer Tintenherz kennt, weiß, dass es nach dieser Geschichte noch weiter geht. Hoffentlich wird für das nächste Hörspiel, das gleiche Team zusammengetrommelt.

Die Illustrationen auf dem Cover stammen von Cornelia Funke. Sie verbreiten den gleichen Zauber wie beim Buch. Das Hörspiel ist für Tintenherz-Fans eine tolle Ergänzung. Mein Tipp: Erst das Buch lesen. Es enthält mehr Details. Für die Idee zum Hörspiel kann man nur gratulieren. Im Booklet werden die Sprecher vorgestellt. Selbst der Erzähler Stephan Schad fügt sich in die Geschichte ein, ohne störend zu wirken. Für die Musik ist Jan-Peter Pflug zuständig. Tilman Ehrborn spielt die Flöte. Das Zusammenspiel aller Elemente funktioniert hervorragend. Die hohen Erwartungen hat das Hörspiel erfüllt. Prädikat wertvoll. Wer hätte gedacht, dass man Tintenherz in 160 Minuten erzählen kann, ohne an Ausdruckskraft einzubüßen? Mehr zur Autorin Cornelia Funke und ihren Werken gibt es auf ihrer außergewöhnlichen Homepage www.corneliafunke.com

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: 
Handlung:
Charaktere:
tech. Umsetzung: (4,5)
Cover:
Emotion:
 
27,5 Punkte = Ohrenschmaus

Cover: © Oetinger audio

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