Cornelia Funke: Tintenblut
Written by Martina Ernst |
 
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 „Tintenblut“, Band 2 der Tintenherz-Trilogie, wurde von Frank Gustavus als Hörspiel umgesetzt. Die Musik stammt von Jan-Peter Pflug. Produziert wurde das Hörspiel von Kay Poppe. Für die Inszenierung konnten bekannte Sprecher wie Rainer Strecker, Stephan Schad, Barbara Nüsse und Jens Wawrczeck gewonnen werden.

Meggie verspürt eine große Sehnsucht, die sie zur Tintenwelt hinzieht. Orpheus hat Staubfinger zurück in die Tintenwelt gelesen und absichtlich alle Worte, die Farid hinüber bringen sollten, weggelassen. Farid will Staubfinger vor Mortola und ihrer Verbecherbande warnen. Sie wollen ebenfalls mit Orpheus' Hilfe zurückkehren. Meggie nutzt die Gelegenheit und liest sich und Farid in die Tintenwelt. Kaum angekommen, bereut sie ihre Tat.

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Der direkte Einstieg mit einer lauernden Gefahr, spannender und atmosphärisch starker Musik lässt erahnen, wie packend die Inszenierung des zweiten Bandes als Hörspiel gelungen ist. Allein der Titel sagt aus, dass „Tintenblut“ noch düsterer als der erste Band geschrieben ist. Meggie und Mortimer tappen von einer gefährlichen Situation in die nächste. Meggies Mutter Resa ist dieses Mal mit von der Partie. Meggies Reise in die Tintenwelt hat alle entsetzt. Mortimer und Resa machen sich auf den Weg, um Meggie zu retten und geraten selbst dabei in Lebensgefahr. Ihre Gegner sind kaltblütig und unberechenbar. Den Sprechern wird bei der abenteuerlichen Geschichte Einiges abverlangt. Die Rolle der stummen Resa wird für ein Hörspiel zur Herausforderung. Cathlen Gawlich findet einen Weg, sie trotzdem eindrucksvoll darzustellen. Dem verschlagenen und heimtückischen Natternkopf verleiht Michael Prelle eine abstoßende Bösartigkeit. Der schwarze Prinz, der Anführer der Spielleute und Gaukler, wirkt erst durch Dietmar Wunder auf ganz eigene Weise überlegen und stilvoll. Popstar Sarah O’ Connor taucht zusammen mit Antje Seibel als Weiße Frauen auf. Rainer Strecker schlüpft in die Rolle von Staubfinger. Nach 10 Jahren kehrt Staubfinger nach Zuhause zurück. Rainer Strecker schafft es, seine, in der Geschichte wichtigen Emotionen rüber zu bringen. „Tintenblut“ ist geprägt von ungleichen Auseinandersetzungen, Verrat, Lügen, Täuschung und dem einen oder anderen Hinterhalt. „Tintenblut“ in nur 151 Minuten Hörspiellänge zusammenzufassen und umzusetzen erscheint unmöglich. Die Inszenierung aus hervorragenden Sprechern, perfekt platzierten Geräuschen und einer abenteuerlichen bis spannenden Musik setzt den Maßstab für zukünftige Hörspiele sehr hoch. Als einziger Makel fällt ein abrupter Übergang von Staubfingers Gespräch mit Wolkentänzer zum plötzlichen Zusammentreffen mit Roxane auf. Die magische Atmosphäre wird dadurch nicht zerstört.

Der Eichelhäher auf dem Cover ist ein wesentlicher Teil der Geschichte. Als geheimnisvoller Räuber bringt er den Natternkopf zur Weißglut. Die Magie von Buchstaben und Worten wird in rätselhaften, schönen Details eingefangen. Wie bei den Büchern überzeugt auch die Gestaltung des Hörspielcovers. Im Booklet lassen sich Fotos einiger Sprecher finden. Der Aufwand der Inszenierung hat sich gelohnt. Das Ergebnis wird die Fans der Tintenherz-Trilogie begeistern. Auch wer das Buch „Tintenblut“ gelesen hat, kann noch einmal auf originelle, spannende Weise in die Tintenwelt eintauchen. Die Tintenherz-Trilogie verliert auch nach mehrmaligem Hören und Lesen nicht an ihrer Faszination.       

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung:
Charaktere:
tech. Umsetzung: (4,5)
Cover:  (4,5)
Emotion: (4,5)
 
28,5 Punkte = Hörmuss

Cover: © Oetinger audio

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