Die Schatzinsel
Written by Martina Ernst |
 
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Das Hörspiel „Die Schatzinsel“ basiert auf einer neuen Übersetzung des gleichnamigen Romans von Robert Louis Stevenson. Andreas Nohl hat drei Texte zur Entstehung des Jugendbuchklassikers eingefügt und lässt Stevensons Frau Fanny Osbourne, dessen Sohn Lloyd und Stevenson selbst berichten, wie Die Schatzinsel-Geschichte zustande kam. 

Im Gasthaus „Zum Admiral Benbow“ lernt Wirtssohn Jim Hawkins den alten Seemann Will „Bill“ Bones kennen. Jim soll für den trunksüchtigen Bill nach einem einbeinigen Mann Ausschau halten. Statt vom Einbeinigen erhält Bill vom Seemann Der Schwarze Hund Besuch. Es kommt zum Streit. Der Schwarze Hund flüchtet. Jims Vater erliegt seiner Erkrankung und stirbt. Wenig später taucht der blinde Bettler Pew auf und zwingt Jim ihn zu Bill zu bringen. Pew überreicht Bill den Schwarzen Fleck. Kurz darauf stirbt der alte Seemann an einem Schlaganfall. Er hinterlässt eine mysteriöse Kiste, in der Jim und seine Mutter Geld für die Bezahlung der Kosten vermuten. Außer den Geldstücken finden sie ein Päckchen mit einer Schatzkarte.

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Die Geschichte beginnt mit Bills Eintreffen im Gasthaus „Zum Admiral Benbow“. Mit der Wirtshaus-Geräuschkulisse, Bills Gier nach Rum und seinem Lied „… und ne’ Buddel voll Rum“ baut sich innerhalb weniger Minuten eine mitreißende Abenteuer-Atmosphäre auf. Nur ein kleiner Einblick in „Die Schatzinsel“. Es geht mit der Schriftstellerwelt des Robert Louis Stevenson weiter. Diese abrupten Wechsel vom Abenteuerroman zum Autor oder anderen Zeitzeugen sind gewöhnungsbedürftig. Einerseits ist es interessant zu erfahren, wie der berühmte Jugendbuchklassiker entstanden ist, andererseits wird das Hörspielerlebnis „Die Schatzinsel“ immer wieder ausgebremst. Der Zuhörer wird aus spannenden Szenen herausgerissen. Das sorgt jedes Mal für Verwunderung und auch ein bisschen Ärgernis. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, die Zeitzeugenberichte zusammenzufassen und hinten als besonderes Extra anzustellen. So hätte man beides besser genießen können. Zusätzlich zur Entstehungsgeschichte des Romans werden auch eine Fabel, eine kurze Episode zwischen den Hauptfiguren Kapitän Smollett und Long John Silver und ein Essay des Übersetzers mit ins Hörspiel eingebunden. Ein Highlight sind die Seemannslieder, die für Stimmung und Atmosphäre sorgen. Robert Louis Stevensons Lieblingsfigur Long John Silver gibt vier Songs zum Besten. Für die Inszenierung des Hörspiels „Die Schatzinsel“ wurde eine ganze Riege an bekannten Schauspielern und Sprechern an Land gezogen. Udo Wachtveitl schlüpft in die Rolle des Schiffskochs und Piraten Long John Silver. Silvers besonderes Talent liegt darin, Menschen zu manipulieren. Er wickelt sein Gegenüber mit Charme und Intelligenz ein. Es fällt schwer, ihn zu durchschauen. Udo Wachtveitl betont die verschiedenen Facetten von Silver und unterstreicht mit seiner wandelbaren Stimme Silvers Persönlichkeit. „Die Schatzinsel“ wird aus der Ich-Perspektive von Jim Hawkins erzählt. Er ist die Schlüsselfigur des Jugendbuchklassikers und wächst im Laufe der Geschichte an seinen Herausforderungen. Maximilian von der Groeben spricht Jim Hawkins auf treffende Weise und hat mit seiner gelungenen Darstellung des Wirtssohns viel Anteil am Unterhaltungswert. Thomas Fritsch ist eine grandiose Besetzung für den Trunkenbold Bill, dem ehemaligen Steuermann des alten Piraten Flint. Die alte Crew von Flint ist hinter dem Schatz her und rückt Rumliebhaber Bill dicht auf die Pelle. Dank der hervorragenden Sprecher und dem Zusammenspiel von Musik und Geräuschen ist die Neuproduktion der Schatzinsel ein unterhaltsames Hörvergnügen.

Auf dem Cover werden die Moderne mit der farbig gestalteten Schatzkarte und dem Titel in roter Schrift und der Klassiker in Form einer Schiffszene in Schwarz-Weiß vermischt. Auf die Vorderseite des Covers hätte auch gehört, dass das Hörspiel auf einer neuen Übersetzung von Andreas Nohl beruht. Der Titel „Die Schatzinsel“ allein hat magische Anziehungskraft. Diese Neuproduktion hat ihren Reiz, weil sie die Abenteuergeschichte atmosphärisch stark darstellt und zusätzliche Informationen und unterhaltsame Extras bietet.  

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung: (4,5)
Charaktere:
tech. Umsetzung:
Cover: 
Emotion: (3,5)
 
26 Punkte = Ohrenschmaus

Cover: © Hörverlag

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