Luca Di Fulvio: Die Kinder der Verlorenen Bucht
Written by Martina Ernst |
 
Font size decrease font size increase font size
Rate this item
(0 votes)

Nach Romanen wie „Der Junge, der Träume schenkte“, „Das Mädchen, das den Himmel berührte“ und „Das Kind, das nachts die Sonne fand“ ist „Die Kinder der Verlorenen Bucht“ das erste Kinderbuch des italienischen Schriftstellers Luca di Fulvio.

Am ersten Schultag nach den Sommerferien lernt Lily die zwei Neuen in der Klasse Red und Max kennen. Schnell werden sie beste, unzertrennliche Freunde. Die Ferienhäuser der Eltern liegen alle nahe beieinander. Den verbotenen Strandabschnitt sollen die Kinder nicht betreten. Angeblich ist in der Verlorenen Bucht ein Junge verschwunden. Nicht die einzige Warnung, die die drei Freunde erhalten. Trotzdem beschließen sie in der verlassenen Bucht auf Entdeckungsreise zu gehen.

 

Momox.de - Einfach verkaufen.

 

Verbote reizen Kinder doppelt. So ist es auch in dieser Geschichte. Die Neugierde siegt, das Abenteuer lockt. Red, Max und Lily gehen ein größeres Risiko ein, als ihnen bewusst ist. Bald stecken sie richtig in der Klemme, und niemand scheint ihnen helfen zu können. „Die Kinder der Verlorenen Bucht“ handelt von dem Kampf Gut gegen Böse. Wem können sie trauen? Ihre Gegner bedienen sich unfairer Mittel. Können Red, Max und Lily das Blatt wenden? Anfangs wirkt die Geschichte mit den Erlebnissen der drei Freunde in der Schule und ihren Freizeitaktivitäten sehr real. Ab dem Betreten der Verlorenen Bucht wird das Abenteuer immer skurriler und abgedrehter. Lutz Schnell schlüpft in die Rolle von Mastino und spielt ihn herrlich hinterhältig und verschlagen. Ist Mastino der Teufel persönlich? Es geht unheimlich und gruselig zu. Immer mehr Details und Szenen überraschen. Hat sich der Autor etwas zu sehr ins Reich der Mythen und Legenden gewagt? Es kommen Erinnerungen an mindestens zwei bekannte Geschichten hoch. Für viel Atmosphäre sorgt die Abenteuermusik bei den Übergängen. Die Spannung wird verstärkt. Eine der Nebenfiguren, Jelly, ist oft zu leise und daher nicht so gut zu verstehen. In brenzligen Situationen kommen die Sprecher der Hauptfiguren, Simon Kunze als Max, Lenio Einbeck in der Rolle des Red und Sarah Kunze als Lily, an ihre Grenzen. Die Emotionen wirken viel zu gespielt und nicht mehr echt. Geräusche werden nur sehr reduziert eingesetzt. Es hat den Vorteil, dass das Hörspiel nicht überladen wirkt. An der einen oder anderen Stelle wäre aber auch etwas mehr möglich gewesen. „Lernt an das Unmögliche zu glauben.“ „Die Kinder der Verlorenen Bucht“ hat eine schöne Botschaft parat. Grenzen im Kopf überwinden und der Phantasie freien Lauf zu lassen. Leider ist der Schluss etwas kurz geraten. Hier wurde zu sehr an Story gespart.

Das Cover mit den knalligen Farben und sehr passenden Details stimmt auf eine abenteuerliche Geschichte ein. Die Fantasy-Elemente lassen sich nur wenig erahnen. Sehr gelungen ist die Inszenierung des Titels. Das Hörspiel ist für Kinder ab 10 Jahren gedacht. Wer einen Hang zu Alpträumen hat, sollte ein anderes Hörbuch wählen. So manche unheimliche bis gruselige Szene lässt sich nicht so schnell vergessen.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (3,5)
Handlung: 
Charaktere:(3,5)
tech. Umsetzung:  (4,5)
Cover:  (4,5)
Emotion:
 
22 Punkte = Hörspaß

Cover: © Luebbe

Jetzt bei thalia bestellen

 oder