Dorian Hunter 15: Die Teufelsinsel
Written by Mareike Möller |
 
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Doch die Folge beginnt im Februar 1695 in Saint Domingue (das heutige Haiti). Asmodi besucht François Mackandal (gesprochen von Bernd Vollbrecht) im Gefängnis und bietet ihm an, ein Teil der schwarzen Familie zu werden und für ihn zu arbeiten, da er mittlerweile den nötigen Zorn entwickelt habe, alle Weißen zu vernichten.

Diese Geschichte neben der Geschichte entwickelt Marco Göllner, wie er im Booklet der CD selbst erklärt, aus einem historischen Stoff heraus und möchte damit die Frage, wer sich hinter dem zweiten Asmodi verbirgt, die in den Büchern nicht beantwortet wird, klären. Die Geschichte wie Mackandal an die Macht gelangt, bildet somit einen zweiten Handlungsstrang neben der Jagd Dorian Hunters nach Asmodi in der Gegenwart. Die Szenen der beiden Episoden wechseln sich ab und werden durch Musik, verbale Zeit- und Ortsangaben oder einem Spulgeräusch voneinander getrennt.

 

Trotzdem fällt es einem als Hörer nicht immer leicht, wenn man nicht gerade andächtig auf der Couch sitzt und aufmerksam dem Hörspielgeschehen lauscht, der Handlung und den Sprüngen zwischen Zeit und Raum zu folgen. Dies kritisiert Chapman (erneut hervorragend gesprochen von Frank Felicetti, dessen Name leider im Booklet der CD vergessen wurde!) selbst: „Halt, ich komm nicht mehr mit!“ Chapman kommentiert mit seinen Äußerungen auch am Ende des Hörspiels die scheinbaren Gedanken des Hörers Zuhause vor den Boxen: „Das kann doch jetzt nicht vorbei sein, an der spannendsten Stelle. Es kann doch jetzt nicht vorbei sein.“

Aber zurück zu Hunters Jagd auf Asmodi. Die Geschichte um Hunter beginnt im Haus des Bruders des französischen Journalisten Armand Melville, der Hunter seit Paris auf seiner Reise begleitet hat. Oliver Kalkofe spricht Melville erneut mit französischem Akzent, überzeugt in dieser Folge im Gegensatz zur letzten aber mit mehr Natürlichkeit. Zudem sammeln sich im Hörspiel griechische, französische und Südstaaten-Akzente zu einem akustischen multikulturellen Potpourri.

 

Im Haus wartet bereits ein Kollege von Hunter aus dem Secret Service, Marvin Cohen (grandios gesprochen mit cooler Miene und sarkastisch-brummenden Unterton von Frank Gustavus) auf Melville. Melville berichtet Cohen, dass er zusammen mit Hunter auf eine griechische Insel gefahren sei. Anhand der Videoaufzeichnungen könne der Secret Service sich selbst ein Bild der Geschehnisse machen, da er alles gefilmt habe. So beobachten und hören (es wird berichtet, dass das Bild der Aufzeichnung nicht immer sichtbar sei) Chief Sullivan, Chapman, Powell und Coco Zamis Dorian Hunters Abenteuer. Während sie und der Hörer zusammen den Ereignissen lauschen, schwankt der Ton immer mal wieder, die Stimmen klingen dumpf und weit weg. Die Geschehnisse werden immer wieder durch das Gespräch zwischen Melville und Cohen unterbrochen, die dadurch dem Hörer zusätzliche Informationen liefern.

Grundsätzlich ist dieses Hörspiel geprägt durch eine zersplitterte Dramaturgie, viele kurze Szenen wechseln sich ab, dabei sind es oftmals Dialogszenen, bei denen nur zwei Personen zugegen sind und miteinander sprechen. Im Gegensatz zum hohen Tempo der letzten Folge entwickeln sich die Geschehnisse in dieser Episode eher langsam und eine richtige Spannung mag dabei nicht aufkommen. Bleibt abzuwarten wie die Geschichte weitergeht und wer am Ende wen jagen wird.

 

Unsere Bewertung:

 

Sprecher : 

Story: 

Aufbau: 

Atmosphäre: 

 

12 Sterne = akzeptabel

Cover: © Folgenreich

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