Offenbarung 23: Lizenz zum Gelddrucken (46)
Written by Daniel Fröhlich |
 
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Mit der neuen Folge kommt es wieder zu einem massiven Bruch in der Story. Die letzte Episode wurde mit einem dramatischen Cliffhanger beendet, doch man ignoriert dies hier nun schlichtweg. Aber die Serie war ja schon immer für ihre, zuweilen unorthodoxen, Umbrüche bekannt. Das muss auch nichts Schlechtes sein … also lassen wir uns überraschen, was man uns dieses Mal für eine Verschwörung auftischt.

Wie bereits angedeutet bleibt der Cliffhanger aus der letzten Folge einfach links liegen, der Nibelungen-Hort aus der letzten Folge wird zwar zu Beginn nochmal kurz erwähnt, man geht der Sache dann aber nicht mehr wirklich nach. Als großes Thema hat man sich den Zusammenbruch der Finanzmärkte, also das Platzen der Immobilienblase in den USA rund um Lehman Brothers, Freddie Mac, etc., ausgesucht. Aus heutiger Sicht ist das Thema eigentlich nichts Neues mehr und die Zeit zu der man den Fernseher nicht einschalten konnte ohne eine Diskussionsrunde zu dieser Thematik zu sehen, sind eigentlich auch wieder vorbei. Aber das Thema Geld und Pleite ist bei uns in Europa natürlich auch weiterhin aktuell. Doch nicht nur was den Verlauf der Handlungen angeht, kommt es zu Veränderungen, T-Rex gesamter Charakter ist, zumindest in der vorliegenden Folge, vollkommen verändert worden. Diese Änderung ist so massiv, dass ich kurze Zeit das Gefühl hatte, man hätte den Sprecher ausgetauscht. Nichts ist mehr von dem alten Hacker übrig, nun haben wir es vom Typ her eher mit einem eiskalten Killer zu tun. Er ist allgemein nicht zimperlich, wirft mit Beleidigungen um sich und zögert auch nicht lange, wenn es darum geht eine Waffe zu ziehen und herumzuballern. Das verworrene Ende der Folge wirft dann auch eher neue Fragen auf als dass klar wird, wie es in der Handlung weitergehen könnte.

 

 

Grundsätzlich finde ich die Gedankenspiele rund um die Frage nach dem Geld (Wo kommt es her? Ist es wirklich etwas wert? … denn schließlich handelt es sich nur um bedrucktes Papier oder Zahlen auf einem Bildschirm) sehr interessant. Ich als Naturwissenschaftler habe in solchen wirtschaftlichen Verwicklungen meist einen etwas weniger klaren Durchblick, aber selbst mir erscheinen die Thesen und Erklärungen, die in dieser Folge abgegeben werden, etwas dünn. Nach dem eigentlichen Hörspiel versucht man den Hörer noch mit einigen Zitaten aus Wikipedia zum Denken anzuregen. Das erscheint mir dann doch sehr unseriös und zweifelhaft, denn auf das Zitieren von Wikipedia stand in meinem Studium stets die Höchststrafe. Ansonsten setzt man dieses Mal, verglichen mit der letzten Episode, wieder verstärkter auf Action was auch zu einem guten Tempo innerhalb der Folge beiträgt. Von technischer Seite ist das Hörspiel, wie eigentlich immer in der Reihe, sehr ordentlich und professionell. Auch was die musikalische Untermalung angeht, hat man dieses mal wieder etwas Abwechslung, verglichen zu den letzten Folgen. Was allerdings der Bruch mit dem Handlungsstrang aus der letzten Folge und mit dem Charakter des Protagonisten bezwecken soll, erschließt sich mir zu diesem Zeitpunkt nicht. Auch dem Sprecher der Rolle, Alexander Turrek, gelingt diese Veränderung nicht so gut und T-Rex wirkt dadurch stellenweise recht überzeichnet. Peter Flechtner in der Rolle des Kim Schmittke gefällt mir dagegen, verglichen mit der letzten Folge, dieses Mal etwas besser.

 

Mit der vorliegenden Folge spricht man wieder ein interessantes Thema an, das für meinen Geschmack dann aber nicht ausführlich genug durchleuchtet wird. Vielleicht sind die Zusammenhänge aber auch einfach zu umfangreich als das man sie in einem Hörspiel ausreichend besprechen könnte. Im Vergleich zur letzten Folge gefällt mir die 46ste Ausgabe wieder etwas besser, da das Erzähltempo etwas flüssiger ist und die Dialoge nicht übermäßig in langes Geschwafel ausufern. Die Rahmenhandlung wird aber, wie oben angesprochen, nahezu völlig über den Haufen geworfen. Aber vielleicht ist es ja auch, wie Kim Schmittke zum Ende anmerkt nur „ein beschissener Alptraum“. Das wird sich dann hoffentlich in der nächsten Folge klären. Ob man das nun in dieser Form gut findet oder nicht, daran scheiden sich die Geister (sicher auch unter der Hörerschaft).

 

Fazit: Wieder einmal eine polarisierende Folge, die auch unter den Fans der Serie sicher nicht jedem zusagen wird. Handwerklich gut wie immer, storytechnisch an mancher Stelle eher durchwachsen.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher : 

Story: 

Aufbau:

Atmosphäre:

13 Sterne = gut gelungen

Cover: © High Score Music

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