Sherlock Holmes: Die Neuen Fälle: Das Steinerne Schiff (05)
Written by Daniel Fröhlich |
 
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„Die neuen Fälle“, wenn ich dergleichen in Zusammenhang mit Sherlock Holmes höre bin ich, so muss ich gestehen, doch schon immer sehr skeptisch eingestellt. Als ich seinerzeit die ersten beiden neu erdachten Sherlock Holmes Abenteuer aus dem Hause Titania Medien hörte, war ich absolut enttäuscht, diese Fälle wurden einem Sherlock Holmes nicht im Geringsten gerecht und so gab ich dort bereits nach der zweiten Folge auf.

Da ich noch keine Holmes-Produktionen aus der Schmiede der Romantruhe gehört habe und somit die vorliegende fünfte Folge für mich den ersten Kontakt mit dieser Serie darstellt, bin ich noch unvoreingenommen und durchaus gespannt, in welches Abenteuer man den Londoner Meisterdetektiv und seinen treuen Gefährten schickt. Warten wir ab ob dieser „neue Fall“ zu überzeugen weiß.

Wir steigen mit einer Wiedersehensszene in die Geschichte ein, dabei trifft Sherlock Holmes auf keinen geringeren als Professor Moriarty, der den Sturz nach dem dramatischen Aufeinandertreffen an den Reichenbachfällen ebenfalls überlebt hat. Es soll zu einem letzten großen Kräftemessen kommen und dabei könnte der Einsatz nicht größer sein, denn das Leben Doktor Watsons steht auf dem Spiel! Nach diesem überraschenden Start geht man zum eigentlichen Beginn der Geschichte über. Wie so oft wird Holmes zu einem Fall, den merkwürdige Umstände umgeben, zitiert. Doch er scheint schon bald einen ganz bestimmten Verdacht zu haben und bricht nach kurzer Zeit wieder nach London auf. Dort dauert es auch nicht mehr lange bis sein Freund Watson entführt wird. Kann Holmes das Rätsel des teuflischen Verbrechers lösen und seinen Assistenten retten? … Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

 

Wie ist dieses Hörspiel nun zu bewerten und kommt die Geschichte an die Arthur Connan Doyles heran? Man kann nicht abstreiten, dass der Romantruhe ein kurzweiliges und unterhaltsames Hörspiel gelungen ist, aber ein paar kleine Schwächen zeigen sich mir persönlich dann doch. Über die Tatsache, dass man einen Moriarty zurückkehren lässt, mag man geteilter Meinung sein, aber das möchte ich hier nicht negativ ankreiden. Die Geschichte mit der Entführung Watsons und dem Rätsel, das Holmes in Form eines Gedichtes vorgelegt wird, gefiel mir sehr gut, zum Ende hin wird die ganze Geschichte dann aber doch ein wenig langatmig. Wenn ich das Ganze mit den „richtigen“ Sherlock Holmes Fällen, die von Maritim ja nahezu vollständig vertont wurden, vergleiche, so bewegt sich die Story, wie ich finde, in einem guten Mittelmaß.

Allgemein kann man sagen, dass die Geschichte vor allem durch ihre guten Sprecher lebt. Der Fokus ist ganz klar auf die Dialoge und weniger auf Action gerichtet. Dabei ist es natürlich sehr clever, dass man Christian Rode und Peter Groeger für die Serie verpflichtet hat, da diese ja bereits in den Maritim-Produktionen mehr als fünfzig Mal als Holmes und Watson agiert haben. Entsprechend weiß dieses bestens eingespielte Team durchweg zu überzeugen, aber auch die übrigen Sprecher sind sehr gut besetzt. Der Charakter des Moriarty überzeugt mich in dieser Folge nicht vollends, vor allem sein Verhalten und seine Aussagen im Finale kann ich teilweise nicht nachvollziehen. Und um es salopp zu sagen, für meinen Geschmack stinkt er gegen Holmes ein wenig zu sehr ab. Was das ganze Drumherum angeht, ist das Hörspiel eher schlicht gehalten und die Effekte sind für meinen Geschmack auch nicht viel besser oder schlechter als beispielsweise in den Van Dusen Hörspielen aus den 70er Jahren. Auch Musik wird nur sporadisch eingesetzt, da diese meinen Geschmack allerdings nicht wirklich getroffen hat, bin ich darüber aber nicht böse. Das Cover ist eher altmodisch gehalten und wirkt ähnlich wir bei den Maritim-Hörspielen … von der Machart hätte es damals auch auf jede Schallplatte gepasst und wirkt nicht sehr zeitgemäß. Man merkt im Großen und Ganzen schon, dass man unter anderem auf die Hörer abzielt, die auch die bei Maritim erschienenen Produktionen gehört haben.

 

Alles in allem kann man sagen, dass man hier einen kurzweiligen und unterhaltsamen, aber auch recht ruhige Krimi präsentiert. Groeger und Rode sind dazu wieder in Top-Form. Daher können Fans der ruhigen Krimikost, aber auch alle Sherlock Holmes Anhänger, bedenkenlos zugreifen. Wer allerdings eher auf actiongeladene Thriller steht, der ist hier möglicherweise an der falschen Adresse.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: 
Handlung: (3,5)
Charaktere:
tech. Umsetzung:
Cover:
Emotion:
 
22,5 Punkte = Hörspaß

Cover: © High Score Music

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